Der SP 2 ist eine brasilianische Rarität
Deutschlandweit gibt es weniger als zehn Exemplare – Ein mühsam restaurierte Fahrzeug
steht in Braunschweig
Von Tim Westermann
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Ein roter Rallyestreifen ziert den gelben Lack des VW Esporte. Kenner der Szene nennen diese automobile Rarität schlicht
SP 2. Weniger als zehn Modelle dieses sportlichen Volkswagen aus Südamerika gibt es in Deutschland – einer steht
in Braunschweig.
Glänzend poliert, sauber geputzte Gummiwalzen, strahlende Felgen – der VW Esporte eines Braunschweiger Sammlers steht
im Sonnenlicht vor einer alten Lagerhalle.
"Als ich den Wagen gekauft habe, war sein Zustand mehr als schlecht. Ich habe ihn dann mühsam restauriert", erklärt der
Besitzer der Rarität. Aus mehreren Gründen möchte er namentlich nicht genannt werden, aber mit stolzer Brust berichtet er
von den Nächten, die er an diesem seltenen Volkswagen gesessen hat.
Gebaut wurde der gelbe SP 2 bei VW in Nigeria. Die Teile kamen aus den Karmann-Werken do Brasil und dem VW-Werk Sao Bernado do Campo. 1977 wurde der Wagen schließlich
nach Deutschland exportiert. Wegen eines Unfallschadens ist das sportliche Coupé dann an eine Privatperson in Peine verkauft
worden. In seine Einzelteile zerlegt, reiste der SP2 über Einbeck nach Velpke (Landkreis Helmstedt).
In der Heimatstadt Volkswagens wurde der Wagen schließlich komplett hergerichtet. Was bei aller restauratorischen Perfektion
jedoch auffällt, sind die nicht ganz sauberen Spaltmaße. "Das liegt daran, dass die Bauteile nicht aus Deutschland stammen
und man früher noch nicht ganz so viel Wert darauf gelegt hat", begründet der Besitzer.
Zwei Modellvarianten gab es vom sportlichen Coupé. Sie unterschieden sich jedoch nur durch ihre Motorisierung von 54 beziehungsweise
65 PS. Rund 11 000 Fahrzeuge wurden gebaut. Der Preis belief sich damals auf 30 000 Cruzeiros. Umgerechnet waren
das rund 16 500 Mark. "Gemessen an seinem heutigen Sammlerwert ein Schnäppchen", versichert der Besitzer.
Entworfen wurde der Flitzer übrigens von einem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG. Rudolf Leiding führte
ab 1968 den Vorsitz bei Volkswagen do Brasil und ließ den VW SP2 entwickeln. Im Oktober 1971 übernahm Leiding dann den Chefposten
von Kurt Lotz in Wolfsburg. Übrigens: Die Ehefrau von Rudolf
Leiding fuhr ihren SP2 noch bis Mitte der 1990er-Jahre.
Viele nervige Kaufinteressenten sorgten aber dafür, dass die Dame den Wagen schließlich nach Süddeutschland verkaufte.