tag:blogger.com,1999:blog-64992295113980651392009-03-27T09:36:40.023-07:00Gedanken aus San FranciscoDanielanoreply@blogger.comBlogger15125tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-63402593829232528892009-03-27T09:31:00.000-07:002009-03-27T09:36:40.049-07:00Kaffee und Schafe<p style="margin-bottom: 0in;">Neulich war ein Artikel in der Zeitung über die Plastikdeckel, die hier - und wahrscheinlich immer häufiger auch in Deutschland auf die Papierbecher für den Kaffee kommen. Eigentlich nicht einen ganzen Artikel wert; es sei denn man liest eine Fachzeitschrift der Plastikindustrie oder der Kaffeebranche. Es war aber doch sehr interessant zu lesen, dass Leute tatsächlich sehr genaue Meinungen zu ihren Kaffeebecherdeckeln haben. Eine Frau berichtete zum Beispiel, dass sie bei Dunkin'Donuts immer einen großen Kaffee bestellt weil auf den großen Kaffeebecher der halbkugelförmige Deckel kommt, der anscheinend für den Genuß eines Dunkin'Donuts Kaffees essentiell ist. Ich muß jetzt gestehen, dass ich noch nie einen Dunkin'Donuts Kaffee getrunken habe, ob mit oder ohne halbkugelförmigem Deckel, und deswegen nicht sagen kann, ob das wirklich einen Unterschied macht. Wir haben in San Francisco leider auch gar keinen Dunkin'Donuts sondern nur Happy Donut, sonst hätte ich, der journalistischen Integrität wegen, natürlich einen Selbstversuch unternommen. Ein anderer berichtete, dass er den Kaffee einer anderen Kette komplett vermeidet, da ihm die Deckel da zu laprig sind. Ich finde ja immer nur, dass der Kaffee aus dem Pappbecher nach Pappe schmeckt genauso wie das Bier aus der Dose immer nach Dose schmeckt. Dass Leute so genau wissen was sie wollen, fasziniert mich ja schon seit langem. Und warum scheinen die Amerikaner und noch viel mehr die Kalifornier so viel besser zu wissen was sie wollen? Das Salatdressing in einem extra Schüsselchen, keine Kartoffeln im Kartoffelcurry sondern lieber Zucchini (das habe ich tatsächlich in einem Thairestaurant in Sonoma gehört), den Bagel nur ganz leicht getoastet und ein kleines bisschen Frischkäse, ich könnte endlose Beispiele aufzählen. Sind wir Deutschen da zu lasch oder entscheidungsunfreudig? Letztens fragte mich eine neue Barista in unserem Stammcafe, ob ich meinen Latte lieber wet oder dry hätte. Ich hatte nur eine wage Vorstellung was ein wet oder dry Latte ist und konnte beim besten Willen keine Vorliebe für die eine oder andere Version in mir finden. Tja keine Ahnung musste ich da gestehen. Sie hat dann ganz freundlich vorgeschlagen, dass sie mir dieses mal einen wet Latte macht und das nächste mal einen dry und ich ihr dann sagen könnte, welchen ich besser finde. Gut, haben wir dann so gemacht, ich muß aber gestehen, dass ich es auch danach immer noch nicht wusste. Kaffee ist nicht unbedingt gleich Kaffee, aber solange der Kaffee nicht wie Spülwasser schmeckt, ist es mir ziemlich wurscht ob er dry oder wet ist. Habe ich der freundlichem Barista aber nicht gesagt, sondern nur gemeint der Latte wäre klasse und sie solle ihn einfach in Zukunft weiter so machen. Ob das aber wet oder dry ist, kann ich leider nicht sagen.<br /><br />So kann man eben immer wieder neue Sachen über sich selbst herausfinden. Ich habe neulich neben meiner Erkenntnis, dass ich unfähig oder unwillig bin in Sachen Kaffeevorlieben eine Entscheidung zu treffen auch noch herausgefunden, dass ich nicht Schafe zählen kann. Nicht echte Schafe auf der Weide sondern die Schäfchen, die man der Volksweisheit nach zählen soll, wenn man nicht schlafen kann. Das passiert mir zum Glück nur sehr selten, sonst hätte ich das bestimmt früher schön mal festgestellt. Habe ich aber nicht und so lag ich neulich einmal im Bett, konnte nicht schlafen und dachte mir, dass ich es ja mal mit Schäfchenzählen versuchen könnte. Nichts einfacher als das, man liegt im Bett und zählt die Schäfchen, die vor dem inneren Auge über den Zaun springen. Ja, von wegen einfach. Ich denke Schäfchen, sehe aber vor meinem inneren Auge alles mögliche nur keine Schafe. Ihr sagt jetzt vielleicht, dass es an mangelnder Vorstellungskraft liegt. Aber bei ander<a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/sheep-722488.jpg"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer; width: 75px; height: 75px;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/sheep-722486.jpg" alt="" border="0" /></a>en Sachen - hier habe ich anders als beim Dunkin'Donuts Kaffee nämlich nicht nur einen sondern gleich mehrere Selbstversuche unternommen - funktioniert das einwandfrei. Ich denke Pferd und sehe ein Pferd, ich denke Mohrrübe und sehe Mohrrübe, ich denke Frosch und sehe Frosch, nur wenn ich Schaf denke sehe ich alles mögliche nur keine Schafe. Im seltenem Fall, dass ich es doch schaffe ein Schaf zu sehen, ist es nur für einen Augenblick und auf keinen Fall lange genug um es über einen Zaun springen zu lassen. Deswegen hilft das Schäfchenzählen bei mir überhaupt nicht, weil ich mich so konzentrieren muß, dass ich wieder hellwach werde. Obwohl, ein paarmal bin ich, glaube ich, aus reiner Frustration eingeschlafen. Vielleicht ist das ja das Geheimnis des Schäfchenzählens. Wenn sich unter euch erfahrene Schäfchenzähler befinden, könnt ihr mich ja in dieser Hinsicht ein bisschen aufklären. </p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-6340259382923252889?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-36741449492965859592009-02-20T10:23:00.000-08:002009-03-02T10:29:43.666-08:00Vista und Taiwan<style> <!-- @page { size: 8.5in 11in; margin: 0.79in } P { margin-bottom: 0.08in } --> </style> <p style="margin-bottom: 0in;">Unser Urlaub in Taiwan liegt ja eigentlich erst 1 Monat zurück aber es fühlt sich an, als ob wir vor Jahren dort waren. Trotzdem wollte ich euch natürlich von unserem Urlaub berichten. Und eigentlich wollte ich das gleich nach unserer Rückkehr tun, aber plötzliche Computererschöpfung machte sich breit (wahrscheinlich eine Kombination von Jetlag und Windows Vista) und ließ sich bis jetzt nicht abschütteln. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Deswegen beschwere ich mich jetzt, bevor ich mich an das erfreuliche Thema Taiwan mache, erst einmal über meinen Computer. Mein alter Laptop, der mir während meines Studiums gut gedient hat, wurde vor 2 Jahren immer langsamer und langsamer und ich habe, da ich einige freiberufliche Projekte hatte und daher auch genug Geld da war, beschlossen, mir einen neuen zu genehmigen. Der alte Laptop war Toshiba und da ich damit sehr zufrieden war, habe ich ein neues Model der gleichen Marke erstanden. Kam auch bald, sah wunderschön aus, hatte nur einen Makel: Windows Vista. Wie schrecklich das sei, hatte ich schon in mehreren Artikeln gelesen. Aber ich, optimistisch (oder blauäugig), dachte, dass Vista für jemanden wie mich, die ihren Computer wie eine bessere Schreibmaschine benützt, kein grosses Problem sein würde. Oh, jugendlicher Übermut, wie falsch lag ich da! Mein neuer Computer ist langsam wie eine Schnecke, die Soundkarte verabschiedet sich ab und zu mal, das mitgelieferte DVD Program spielt meine DVDs nur manchmal und das Betriebssystem behandelt mich wie eine Dreijährige (Willst du das wirklich machen? Bist du dir da auch ganz sicher? Soll ich dieses Program wirklich starten? Endlos geht das so.) Dass eine Firma meint sich so ein Produkt erlauben zu können, ist wirklich eine Frechheit. Ich war schon kurz davor, einfach alles zu löschen und Windows XP zu installieren, aber eine Recherche im Internet hat dutzende von Horrorstories von Leuten gefunden, die genau das probiert haben und an nicht vorhandenen Treibern und anderen Problemen verzweifelt sind. Mein Schwiegervater hatte das gleiche Problem und ist zu Ubuntu übergewechselt, aber dafür müsste ich Photoshop und einige andere Programme aufgeben, DVDs sind da angeblich immer noch ein Problem und die richtigen Treiber sind auch nicht garantiert. In letzter Zeit schaue ich immer sehnsüchtig die putzigen Apple Laptops im Schaufenster des Apple Stores an, aber das wäre wirklich idiotisch, weil ich ja einen neuen Laptop habe, der nur nicht so funktioniert wie ich das gerne hätte. Jetzt hoffe ich, wie viele andere Vista Geschädigte, dass Microsoft wenigstens soweit zu ihren Fehlern steht, dass sie Vista Benutzern ein Upgrade zu ihrem neuen Betriebssystem, das angeblich bald auf den Markt kommen soll und angeblich viele der Fehler und Probleme von Vista korrigiert, umsonst oder zumindest sehr billig anbietet. Aber so richtig glauben kann ich das nicht, wenn man das Verhalten von Microsoft in der Vergangenheit betrachtet. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Aber genug von meinem Computer...</p> <p style="margin-bottom: 0in;">So weit bin ich das letzte Mal im Cafe gekommen bevor sich mein Laptop aus mir unerfindlichen Gründen verabschiedet hat. Aber ich habe gute Nachrichten: Am Montag war Anselms Computerfachmann da und hat sich den armen Laptop mal angeschaut. Ein mit Vista konkurierendes Antiviruspro<a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/IMG_0789-706401.JPG"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer; width: 320px; height: 240px;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/IMG_0789-706370.JPG" alt="" border="0" /></a>gram war angeblich Schuld an der Misere. Jetzt habe ich ein anderes und der Computer ist wesentlich schneller – wenn auch immer noch langsamer als ein XP Computer wäre - und ärgert mich nicht mehr mit ständigen Fragen. Wenn jetzt noch der DVD Spieler beschließt, dass man doch ab und zu auch mal eine deutsche DVD anschauen könnte (die mag er nämlich trotz korrektem Ländercode nicht) dann ist hier alles in Butter.</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Jetzt aber wirklich genug von Computern; nicht dass ihr euch noch total langweilt. Unser Urlaub in Taiwan ist da schon viel interessanter – finde ich zumindest. Wenn ihr lieber mehr Computergeschichten möchtet, müßt ihr es mir nur sagen. In der Bücherei gibt es davon genug. Wie ich in der letzten Kolumne glaube ich schon erwähnt habe, war es für uns beide seit langer Zeit der erste Besuch in Taiwan und wir waren beide gespannt, ob wir überhaupt noch etwas erkennen würden. Wir kamen spät am Abend am Flughafen an und fuhren im Dunkeln zu unserem Hotel. Wir haben beide eifrig aus dem Fenster geschaut und versucht uns zu orientieren, waren aber komplett erfolglos. Am nächsten Morgen ging es etwas besser. Wir sind einfach von Hotel aus los gelaufen und sobald wir in der Nähe des Hauptbahnhofs waren, kamen die Erinnerungen zurück. Gut, die Straße vor dem Bahnhof war nicht mehr eine riesige Baustelle, aber der Bahnhof und die Gebäude in der Gegend waren noch erkennbar. Ebenso der Smog, die endlosen Vespas und die Busse. Ich hatte eigentlich gedacht, dass es jetzt wo die Ubahn funktioniert und nicht mehr, wie bei den Testläufen vor 15 Jahren, in den Kurven Feuer fängt, weniger Busse gibt, aber das scheint nicht der Fall z<a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/IMG_1026-790749.JPG"><img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer; width: 320px; height: 240px;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/IMG_1026-790628.JPG" alt="" border="0" /></a>u sein. Wir fanden uns gleich wieder ganz gut zurecht und abgesehen von den ersten paar Tagen war das Wetter auch nicht schlecht. Die meiste Zeit haben wir damit verbracht, in Taipei herumzulaufen und zu essen. Das Essen war das, was mir am meisten gefehlt hat, vor allem das Essen, das auf der Strasse an kleinen Ständen verkauft wird. Meistens hatten wir am Abend fast gar keinen Hunger mehr, weil wir tagsüber schon so viel gegessen haben. Aber abends ist eigentlich die beste Zeit zum Essen, weil die Nachtmärkte und viele Restaurants erst am Abend aufmachen. Da verwandeln sich tagsüber uninteressan aussehende Gegenden in glitzernde Einkaufswunderländer voll mit Ständen an denen man alles erdenkliche kaufen kann, vielen, vielen Leuten und interessanten und leckeren Essen. Deswegen haben wir natürlich trotzdem noch was gegessen und haben dann im Hotel unsere dicken Bäuche bewundert. Gut dass wir am nächsten Tag wieder den ganzen Tag herum gelaufen sind, sonst hätte man uns am Ende unseres Urlaubs rollen können. Abgesehen von Taipei waren wir noch im Süden in Tainan. Tainan ist die alte Hauptstadt und hat an fast jeder Straßenecke einen oder manchmal auch mehrere Tempel. In den Tempeln war immer sehr viel los, weil wir kurz vor dem chinesischen Neujahr in Taiwan waren und man da in den Tempel muss um Glück fürs neue Jahr zu garantieren. Nach Tainan waren wir in Taizhong und Lugang, ebenfalls eine für ihre Temple berühmte Stadt, und dann ging es wieder zurück nach Taipei. So richtig touristische Sachen haben wir eigentlich wenig gemacht und wenn ich jetzt unseren Urlaub beschreibe, klingt es fast ein bisschen lasch. Das war aber – zumindest für uns – nicht der Fall. Unser Hauptziel war ja ein paar der Orte zu sehen, die uns damals gut gefallen haben, Freunde zu besuchen und ein paar Sachen zu machen, die wir damals machen wollten, aber irgendwie nie die Zeit dazu gefunden haben. Und das haben wir ganz gut geschafft. Es war schon recht erstaunlich, wie wenig sich manche Gegenden verändert haben und wie komplett verändert manche Gegenden waren. Da hatte ich fast das Gefühl, dass wir anstelle mit dem Flugzeug mit einer Zeitmaschine gereist sind – manchmal in die Vergangenheit und manchmal in die Zukunft. Vor allem in den riesigen Kaufhäusern – und der Hertie in München ist im Vergleich zum sich über drei Blocks und 11 Stockwerke erstreckenden Mitsukoshi ein Kramladen - kam ich mir wie ein Landei vor. Ich bin ja kein richtiger Shopper und mache schon nach einem halben Stockwerk schlapp. Nur in den Buchläden – die ebenfalls riesig sind – halte ich besser durch, aber jetzt wo ich in der Chinatown Bücherei viele neue chinesische Bücher ausleihen kann (oder könnte, denn meistens lese ich doch englische Bücher weil ich zu faul bin), habe ich meistens nur geschaut und weniger gekauft. Wir wären gerne noch ein bisschen in die Berge gefahren um ein bisschen zu wandern, aber das hätten wir nur geschafft, wenn wir uns nicht mit Freunden getroffen hätten und das war uns dann doch wichtiger. <a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/IMG_0999-790812.JPG"><img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer; width: 320px; height: 240px;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/IMG_0999-790778.JPG" alt="" border="0" /></a>War auch eine gute Entscheidung, denn das Wetter war doch recht kalt und bei unserer einzigen längeren Wanderung im Yangmingshan Nationalpark in Taipei waren die Temperaturen auf dem Gipfel fast am Gefrierpunkt. Wir waren so verfroren (San Francisco Winterkleidung eben), dass uns auch die Schwefeldünste auf dem Rückweg nicht mehr aufgewärmt haben und wir erst über einer dampfenden Schale Shaoxiancao wieder aufgetaut sind.</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Naja, jetzt sind wir auf jeden Fall wieder zu Hause und planen unseren nächsten Urlaub. Ja, die Urlaubslotterie der Bücherei hat mir einen dreiwöchigen Urlaub genehmigt und Mitte Juni ist es mal wieder Zeit für einen Besuch in Deutschland. Wir wollen erst eine Woche irgendwo in Europa (bis jetzt sind Rom oder Amsterdam im Gespräch) Urlaub machen und sind dann 2 Wochen in Wulfertshausen. Ich melde mich, sobald wir genauere Pläne habe, damit ihr entweder Platz für uns in euren Terminkalendern machen oder noch schnell eine “unaufschiebbare Geschäftsreise” für diese Zeit planen könnt. </p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-3674144949296585959?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com2tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-7106360003998696922008-12-31T20:24:00.000-08:002009-01-22T10:41:56.257-08:00Zwischen den Jahren<p style="margin-bottom: 0in;">Tja, zwischen den Jahren und bevor wir uns auf den Weg nach Taiwan machen wollte ich mich schon noch mal melden. Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und feiert schön Sylvester. Wir hatten an Weihnachten viel Spaß mit Anselms Schwester und ihren Kindern. Wir waren alle bei Anselms Eltern, haben zusammen gekocht und Malefiz gespielt. Sehr unterhaltsam! Die Bücherei hat leider gleich am Freitag nach Weihnachten wieder aufgemacht – kein 2. Weihnachtsfeiertag oder Boxing Day in den USA – und aus irgendeinem Grund waren viele Leute ganz besonders grätzig oder nervig. Naja, bei der Wirtschaftslage ist das ja auch verstandlich - bloß meine Schuld ist das ja nun auch nicht und wo kriegt man so viel umsonst wie in der Bücherei? Am Samstag war sogar ein Artikel über uns in der Zeitung. Im Artikel ging es hauptsächlich um die Zentralbibliothek und darum, dass jetzt mehr Leute die Bücherei benutzen um DVDs auszuleihen und Hilfe bei der Arbeitssuche zu kriegen. Interessant daran war auch, dass in den Top 5 Listen der am meisten ausgeliehenen Bücher und DVDs einige chinesische Titel waren, aber keine spanischen. Falls ihr den Artikel lesen wollt, hier der Link: <a href="http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2008/12/27/BA4814U7KK.DTL">http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2008/12/27/BA4814U7KK.DTL</a> Dass mehr Leute in die Bücherei gehen, merke ich in Chinatown allerdings nicht unbedingt, weil bei uns sowieso immer viel los ist.</p><p style="margin-bottom: 0in;"><br />Neulich saß ich in der U-bahn und habe Schuhe gezeichnet und da ist mir aufgefallen, dass viele chinesische alte Damen die gleichen schwarzen Schnürschuhe tragen. Natürlich gibt es auch welche, die diese Schuhe in beige haben und andere, die ganz hippe Turnschuhe tragen, aber die schwarzen Schnürschuhe sind eindeutig die Favoriten. Jetzt muß ich nur noch herausfinden, wo man diese Schuhe kaufen kann und ich kann mich endlich in Chinatown voll anpassen. Was man in der U-bahn beobachten kann ist sowieso hochinteressant. Am meisten fasziniert mich da immer das Schminken. Von den tausenden an Kosmetikprodukten, die es zu kaufen gibt, benutze ich ja nur einen geringen Bruchteil und den auch nur sporadisch und äußerst laienhaft. Deswegen muß ich mich immer sehr beherrschen, damit ich die Damen, die mit voller Schminkausrüstung in der U-bahn am Werk sind, nicht zu offensichtlich anstarre. Besonders faszinierend finde ich dabei immer Wimperntusche und Wimpernzange. Wimperntusche benutze ich vielleicht 2 Mal im Jahr und eine Wimpernzange habe ich noch nie benutzt. Schon allein deswegen finde ich das immer sehr interessant aber was mich noch mehr fasziniert ist, dass es sich bei beiden ja um recht harte und spitzige Dinge handelt, die in einer U-bahn wie der in San Francisco, die zu plötzlichen Vollbremsungen neigt, durchaus gefährlich sein können. Vor allem die Wimpernzangen, die meiner Meinung nach sowieso aussehen als ob sie zum Entfernen von Augäpfeln und nicht zum Biegen von Wimpern dienen, würde ich in der ubahn nicht in die Nähe meiner Augen lassen. Aber andere Leute haben anscheinend keinerlei derartige Bedenken und man sieht Wimperntusche und Wimpernzange nach Lippenstiften am häufigsten in der U-bahn. Der Gedanke ohne getuschte und gebogene Wimpern in der Arbeit aufzutauchen ist anscheinend angsteinflößender als der an eine im Augapfel feststeckende Wimperntuschenbürste. </p><p style="margin-bottom: 0in;">Ist das Schminken in der U-bahn eher interessant und vielleicht sogar lehrreich, finde ich dagegen das Kämmen, Bürsten und vor allem Nagelschneiden wirklich eklig. Aber auch da bin ich anscheinend in der Minderheit, denn die Anzahl der Leute, die in der vollen U-bahn auf einmal einen Nagelknipser hervorziegen und ihre abgeschnittenen Nägel unter die Leute schnipsen, ist fast so groß wie die der Wimperntuscher und -bieger. Manchmal will ich ja echt was sagen, vor allem wenn besagte Person direkt neben mir sitzt, aber da man ja nie weiß, wie Leute reagieren – vor allem in San Francisco, – habe ich mich bis jetzt immer beherrscht.<br /><br />Ach ja, zum Thema wozu die Bücherei doch alles gut ist, kann ich seit neuestem auch Heiratsvermittlung rechnen. Neulich kam nämlich eine Büchereibenutzerin - und noch nicht mal eine von den sympathischen - zu mir und fragte mich, wie alt ich denn wäre. Ich habe ihr natürlich erklärt, dass das Beantworten von derartigen Fragen nicht zu meinen Aufgaben gehört. Daraufhin hat sie mich gefragt, ob ich 29 bin. Ich habe verneint und sie hat gefragt, ob ich 41 bin. Ich habe wieder verneint und sie daran erinnert, dass ich derartig persönliche Fragen nicht beantworte. Daraufhin hat sie gemeint, sie frage ja bloß und sie hätte zwei Brüder. Und da war mir auf einmal klar was der Zweck von dem Ganzen war: ganz offensichtlich sucht sie Ehefrauen für ihre Brüder und nach dem chinesischen Horoskop paßt am besten eine Frau die im Jahr der Ziege geboren ist. So ein Pech aber auch dass ich erstens schon verheiratet und zweitens ein Schwein bin, sonst hätte ich da vielleicht einen guten Fang machen können. Oder auch nicht, denn wer schickt schon seine Schwester in die Bücherei auf Ehefrauensuche?</p><p style="margin-bottom: 0in;"><br />Tja beim Thema Schwein belasse ich es dann auch, wünsche euch allen einen guten Rutsch und viel Schwein im neuen Jahr. Ich melde mich dann nächstes Jahr wieder, wenn wir zurück aus Taiwan sind.<br /><br /></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-710636000399869692?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-12022150236710251282008-10-29T12:15:00.000-07:002008-10-29T12:17:49.885-07:00McPain<a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/exhibit-742969.jpg"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer; width: 320px; height: 240px;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/exhibit-742963.jpg" alt="" border="0" /></a><br /><p style="margin-bottom: 0in;">Und schon wieder eine Meldung aus San Francisco. Ich kann im Moment ja nur sagen, wie froh ich bin, nicht amerikanische Staatsbürgerin zu sein und nicht einmal im theoretischsten aller theoretischen Fälle Sarah Palin als meine gewählte Vizepräsidentin zu erwägen. Obwohl, wenn ich amerikanische Staatsbürgerin wäre, könnte ich natürlich meinen Teil dazu beitragen, dass sie nicht gewählt wird. Dazu müssten wir allerdings in einen der sogenannten Swing States umziehen, denn hier in Kalifornien haben sie sowieso keine Chance und meine eine Stimme würde nicht viel ausmachen. Da ich aber frühestens nächstes Jahr meine Staatsbürgerschaft beantragen kann, kann ich nur die Daumen drücken und hoffen, dass die Wahl gut ausgeht. Geholfen hat das vor 4 bzw. 8 Jahren zwar nicht aber, wie man hier sagt third time´s the charm.</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Aber genug von Politik. Meine Eltern kommen zu Besuch btw. wir treffen uns erst mal in San Diego und da dann schon bald der Thanksgiving und Weihnachstsstress beginnt, dachte ich mir, dass ich unbedingt die Gelegenheit nützen muss um mich mal wieder zu melden. Außerdem kann ich euch dann auch gleich noch ganz stolz von meiner ersten Ausstellung berichten. Unsere Zentralbibliothek hat eine Angestelltengallerie, wo also Angestellte der Bücherei ihre Werke ausstellen können. Und da stelle ich ab heute einige meiner Alphabetbilder aus. Heute morgen war ich da und habe alles aufgehängt – eigentlich hatte ich gedacht, dass mir dabei jemand hilft, habe aber doch alles ganz alleine gemacht – und bin ganz zufrieden. Ich habe noch keine Photos, weil die Schilder noch nicht fertig sind. Wenn ich welche habe, schicke ich sie noch nach. Jetzt bin ich erst mal gespannt auf die Reaktionen meiner Kollegen. Verkaufen werde ich bei dieser Ausstellung wohl nichts und eigentlich will ich auch keines von meinen Bildern wirklich hergeben. Ich habe keine Emailaddresse oder Telefonnummer angegeben, da die Zentralbibliothek auch die Zentrale der gestören, unangenehmen und gefährlichen Büchereibenutzer ist und ich keine Lust habe, von diesen Leuten Emails oder Anrufe zu erhalten. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Hier noch ein Nachtrag zur eigenartigen Zeitungsanzeige vom letzten Mal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Haus in der Absalom Strasse zu finden ist; wahrscheinlich gleich neben dem Safe Place Research Project. Danach hat nämlich jetzt schon ein paar Mal eine Frau in der Bücherei gefragt. Das Problem dabei ist nur, dass diese Strasse und dieses Projekt nicht existieren, was die jeweilige Bibliothekarin natürlich erst nach einer Weile herausfindet nachdem sämtliche Nachschlagewerke und Internetquellen zu Rate gezogen wurden. Unsere Theorie ist, dass es aus irgendeinem Science Fiction Film kommt, wir konnten aber bis jetzt noch nicht herausfinden aus welchem. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Tja, so weit bin ich gekommen bevor meine Eltern angekommen sind und dann war ich natürlich zu beschäftigt zum Email schreiben. Aber jetzt sind sie – leider – wieder weg und ich habe ein bisschen mehr Zeit bevor der Feiertagsstress, der hier ja mit Thanksgiving etwas früher anfängt als in Deutschland, losgeht.</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Inzwischen ist ja alles noch für Halloween dekoriert, aber am Samstag ist dann ganz plötzlich alles weihnachtlich mit ein paar Herbstblatt, Kürbis und Truthahn Dekorationen für Thanksgiving. Aber von derartigen Dekorationen mal abgesehen ist Thanksgiving der unkommerziellste Feiertag in Amerika. Obwohl, so ganz stimmt das nicht, denn der Tag nach Thanksgiving ist der größte Einkaufstag in Amerika. Alle Geschäfte haben Thanksgiving Sales und die Familien stürzen sich, nach einem Tag gefüllt mit Familientreffen und Truthahnvöllerei, in den Einkaufswahn. Anselm und ich vermeiden das jedes Jahr, auch wenn uns dabei gute Deals durch die Lappen gehen (die man aber meistens sowieso nur kriegt wenn man ab 4 Uhr morgens vor dem Laden Schlange steht und dann beim Einfall der Horden nicht zertrampelt wird). Apropos zertrampelt: Wir haben in unserer Bücherei ein paar Mal im Jahr einen 4-wöchigen Computerkurs für Senioren in Chinesisch. Weil meine Kollegin, die diesen Kurs hält, für mehrere Monate in Hong Kong war, war die Aufregung groß, als wir für Dezember einen Kurs angekündigt haben. Und letzten Mittwoch, dem ersten Tag an dem man sich für den Kurs einschreiben konnte, kam es doch tatsächlich zu Handgemengen unter den Senioren, die einen der 10 Plätze im Kurs ergattern wollten. Ich war an dem Tag nicht in der Bibliothek, kann also nur aus zweiter Hand berichten, aber wenn man schon mal die Senioren beim Einkaufen in Chinatown gesehen hat ist es nicht überraschend. Naja, hoffentlich gibt sich das wieder, sonst müssen wir beim nächsten Mal unsere Security Leute in Bereitschaft halten. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Also, das wäre es mal wieder. Drückt uns (und der ganzen Welt) für nächste Woche die Daumen!</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Liebe Grüße!</p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-1202215023671025128?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-72607919860480159492008-08-28T12:20:00.000-07:002008-08-28T12:38:27.224-07:00Vom Unkrautjäten<p style="margin-bottom: 0in;">Und schon wieder sind ein paar Monate vergangen... Aber immer passiert eben auch nicht was und bei mir ist in letzter Zeit ausser Arbeit wirklich nicht viel passiert. Obwohl, in der Arbeit passiert natürlich schon immer was. Das ist das Gute an der Arbeit in der Bücherei; man kann ein total langweiliges Leben habe und hat trotzdem immer was zu erzählen. Was ich im Moment gerne hätte, wäre Urlaub, aber das ist leider nicht drin. Den hätte ich im Januar oder so beantragen müssen und so weit im Voraus konnte ich das nicht entscheiden. Ich habe aber aus meinen Fehlern gelernt und habe im Juli schon mal Urlaub im Januar und März beantragt. Den habe ich sogar gekriegt, obwohl ich in der Hackordnung – genannt seniority list – ganz unten stehe. Aber nicht mehr, denn wir haben seit Anfang August eine neue Bibliothekarin! Das ist das Schöne (oder Unheimliche?) an so bürokratischen Organisationen; man muss nur lange genug dabei bleiben und irgendwann ist man ganz oben, egal ob man hart arbeitet oder nicht. Aber so schlimm ist est nicht. Im Oktober kriege ich auch 2 Tage frei und mit den ganzen Feiertagen, die da noch kommen, halte ich es schon bis Januar aus. Da wollen Anselm und ich nämlich nach Taiwan. Ich bin schon sehr gespannt, den wir waren beide seit über 10 Jahren nicht mehr da. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Manchmal komme ich mir in der Bücherei vor, als ob ich Teil einer Sitcom wäre. Ich meine, wo sonst als im Fernsehen, kommt einer 5 Minuten vor Schluß in die Bücherei gehetzt, rennt zu einer Bibliothekarin und fragt, ganz außer Puste, ob wir das Buch “No Time to Lose” haben? Doppelt ironisch dabei war dann noch, dass es sich bei besagtem Buch um ein Buch über buddhistische Lebensweisheiten handelt und darin bestimmt davon die Rede ist, dass man sich eben nicht abhetzen soll. Zum Thema Buddhismus und Lebensweisheiten fällt mir gleich noch etwas ein. Wir müssen – weil wir einfach aus allen Nähten platzen – ständig Bücher aussortieren, damit wir Platz für die neuen Bücher haben. Da haben wir also letztens die asiatischen Philosophiebücher aussortiert und ich kann euch garnicht sagen, wieviele davon mit Bleistift, Kugelschreiber, Filzstift und Leuchtmarker in allen Farben unterstrichen und beschrieben waren. Da liest man also ein Buch zur Selbstfindung und Erleuchtung und schafft es noch nicht mal den eigenen Egoismus soweit in Schach zu halten, dass man die Büchereibücher für andere Leser in gutem Zustand erhält? Oder halten die Leute sich vielleicht sogar noch für hilfsbereit? Schau her, ich habe schon alles wichtige unterstrichen, den Rest kannst du dir sparen? Interessant ist dann noch, dass das meistens nur im ersten Viertel oder Drittel eines Buches passiert. Tritt dann die Erleuchtung ein und der Leser versteht, dass er das nicht machen soll? Oder gibt er ganz einfach auf und nimmt sich – mit Bleistift, Kugelschreiber, Filzstift und Leuchtmarkern in allen Farben bewaffnet – einen neuen Selbsthilfetitel vor? Das Aussortieren von Büchern heißt auf Englisch übrigens “weeding” also Unkrautjäten. Und ich finde den Namen ziemlich passend, nur das ich immer Angst habe, mit dem ganzen Unkraut auch die Radieschen und Mohrrüben auszureissen. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Eigentlich will ich ja nicht in die Politik abschweifen, aber ihr verfolgt in Deutschland sicher auch das ganze Drama des Präsidentenwahlkampfs hier. Ich habe ja manchmal das Gefühl, dass der Wahlkampf überhaupt nicht mehr aufhören wird, aber im November ist es endlich so weit. Den Obama haben die Demokraten ja jetzt auch endlich einstimmig zu ihrem Kandidaten gemacht und machen sich mit ihrem Hillary hin oder her nicht mehr zum Gespött der Republikaner. Hier in San Francisco sitzen wir ja in einer vom Rest Amerikas ziemlich isolierten Blase und mir fällt es oft sehr schwer die Denkweise dieses Rests zu verstehen. Da habe ich letzte Woche zum Beispiel eine – ernstgemeinte – Diskussion darüber gehört, dass Obama sich zu sehr als Messias präsentiert, wo ihn doch ein nicht geringer Prozentteil der Amerikaner für den Antichrist halten! Ich meine, in welchem Zeitalter befinden wir uns denn? Im Mittelalter? Dass viele ihn immer noch für einen Muslim halten und nach einer Fernsehdebatte mit McCain das wichtigste Thema war, ob er Patriot sein kann, wenn er keinen Flaggenanstecker am Revers hat, habt ihr ja in den deutschen Medien bestimmt auch schon gehört. Und vom Gegenteil überzeugen kann man die Leute, die derartige Meinungen haben, überhaupt nicht. Denn es hängt ja alles vom richtigen Glauben ab und der ist Beweisen und Tatsachen gegenüber immun. Viel machen kann man also nichts, sondern nur hoffen, dass es doch gut ausgeht und wir nicht nach Bush Senior und Bush Junior jetzt noch 4-Jahre einen Bush-Klon ertragen müssen. </p> <p style="margin-bottom: 0in;">Tja, das wäre es mal wieder, aber zum Abschluss, sozusagen als Nachtisch, hier noch eine Annonce, die mir letztens in der Zeitung aufgefallen ist: “Deity inherited of a spiritual house, original owner of Serendipity violated 20 years. Proof. Call 415-xxx-xxxx.”</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Liebe Grüße,</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Eure Daniela</p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-7260791986048015949?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-68249810455250278892008-06-19T19:45:00.000-07:002008-06-19T19:51:51.149-07:00Wer quaelt da einen Hund?<p style="margin-bottom: 0in; font-family: trebuchet ms;">Nachträglich noch etwas zum Thema Feiern: Vor ein paar Wochen kamen wir einmal am Abend etwas später nach Hause (bestimmt schon nach 10 Uhr). Als wir gerade die Haustüre aufschließen wollten, hören wir auf einmal ein eigenartiges Geräusch. Es klang also ob jemand einen Hund folterte. Wir sind wieder aus unserem Eingang heraus um zu sehen, was da los ist. Es hat ein bisschen gedauert bis wir das Geräusch geortet haben, aber schließlich haben wir es doch gefunden. Und was war es, fragt ihr euch jetzt sicher. Ein Dudelsackspieler im Eingang des Baubedarfsladens gegenüber von uns! Der war gerade dabei seinen Dudelsack aufzupumpen (oder wie immer man das nennt) und das war das Geräusch, das ein Dudelsack dabei macht. Kurz darauf fing er an richtig zu spielen. Ich kenne mich mit Dudelsackmusik nicht so gut aus und fand es garnicht mal schlecht, aber warum er spielte konnten wir leider nicht herausfinden. Ich nehme mal an, dass es nicht einfach ist, Dudelsack spielen zu lernen und dass, wenn man in einem Apartment wohnt, die Nachbarn nicht unbedingt die eigene Begeisterung für Dudelsackmusik teilen (oben erwähntes gefolterter Hund Geräusch sei da nur ein Beispiel). Dass man dann vielleicht lieber nicht in der eigenen Wohnung übt, ist mir verständlich. Mir ging es schon auf die Nerven als der Nachbar über uns anfing abends Gitarre zu üben und jedes mal, wenn ich an einem Haus vorbei gehe, wo gerade ein Kind Geige übt, rollen sich mir die Zehennägel auf. Aber warum man beschließt dass der Eingang des Baubedarfsladens um 10 Uhr abends mitten auf West Portal der ideale Probenraum ist, bleibt ein Rätsel. Wenn ich jetzt spekulieren soll und spekulieren tue ich ja gerne, dann würde ich sagen, dass es sich um ein archaisches Ritual der Baubedarfsladenbesitzer, die sich gegen große Ladenketten (in Deutschland Baumarkt, in Amerika Home Depot – oder wie viele sagen Home Despot) durchsetzen müssen, handelt. Wie schon früher die Dudelsackspieler die Feinde durch bloßes Musikspielen in Angst und Schrecken versetzt haben, so helfen sie jetzt den Baubedarfladenbesitzern die Konkurenz in Schach zu halten. Ich denke nur, dass vielleicht eine ganze Gruppe Dudelsackanfänger, die gemeinsam während der Ladenöffnungszeiten vor einem dieser besagten Home Despots üben, vielleicht noch effektiver wären. Und als kleine Nebenbemerkung zum Thema Dudelsack:<a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/shadow-tree-small-777627.jpg"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/shadow-tree-small-777621.jpg" alt="" border="0" /></a> in Anselms Familie, die ja schon mit zwei chinesisch sprechenden deutschen Familienmitgliedern und einem Vater, der mit über 60 das Einradfahren angefangen hat, etwas aus dem Rahmen fällt, gibt es natürlich auch einen Dudelsackspieler! Der spielt allerdings meines Wissens nach nicht vor Baubedarfsläden.</p> <p style="margin-bottom: 0in; font-family: trebuchet ms;">Tja, der Nachtrag ist jetzt doch ein bisschen länger als geplant geworden. Und weil ich gerade schon so viel Spaß habe, hier noch ein paar Kuriositäten aus der Bücherei. Wir haben endlich den Mann entlarft, der monatelang mit Urin gefüllte Plastiktüten in einem Papierkorb in der Bücherei hinterließ. Ich weiss nicht, ob ich schon von den Plastiktüten erzählt habe. Die tauchten auf einmal in der Bücherei auf, immer gegen Abend und immer im gleichen Papierkorb. Da Abends nicht mehr so viele Leute in der Bibliothek sind, hatten wir auch bald einen Verdächtigen. Das Problem war dann nur noch, dass wir keine Beweise haben und man natürlich nicht einfach auf jemanden zugehen kann und ganz beiläufig mal fragen kann, ob derjenige vielleicht gestern eine Urintüte in der Bücherei hinterlassen hat. Wir mussten ihn also auf frischer Tat ertappen und das war garnicht so einfach. Wenn man zu auffällig ist, dann tut er es nicht, wenn man aber nicht genau aufpasst, dann verpasst man die Abgabe und hat wieder keinen Beweis. Das zog sich dann wie gesagt einige Monate hin, aber schließlich hat ihn doch jemand ertappt und jetzt darf er ein halbes Jahr nicht mehr kommen. </p> <p style="margin-bottom: 0in; font-family: trebuchet ms;">Und weil ich gerade bei illegalen Vorgängen in der Bücherei bin, hier noch eine Story. Als ich gerade in Chinatown angefangen hatte, gab es einen Vorfall wo eine Minderjährige belästigt wurde und wir die Polizei holen mussten. Wir haben einen Bericht gemacht und da niemand von uns den Belästiger gesehen hatte (er hatte dem Mädchen einen Zettel mit seiner Telefonnummer gegeben), konnten wir nichts weiter machen. Die Polizei hat uns dann noch mitgeteilt, dass sie den Typen anhand seiner Telefonnummer ausfindig gemacht haben und das war es dann. Bis vor ein paar Wochen. Da habe ich nämlich eine Vorladung vors Gericht erhalten. Erst habe ich einen totalen Schreck bekommen, weil ich gedacht habe, dass mich jemand wegen, was weiss ich, vielleicht schlechter Auskunft oder unhöflichem Verhalten, verklagt hat, aber die Vorladung war “nur” als Zeugin. Der Typ kommt nämlich jetzt deswegen vor Gericht und da ich im Polizeibericht erwähnt bin, könnte ich als Zeugin vor Gericht gerufen werden. Bis jetzt war schon jemand von Büro der Staatsanwältin da und hat mich befragt und heute kam die vom Staat gestellte Verteidigerin vorbei und hat mir auch Fragen gestellt. Ich hoffe mal, dass es dabei bleibt. Ich habe absolut keinen Bock an einer amerikanischen Gerichtsverhandlung teilzunehmen. Aber, wie mir die Vorladung höflich mitgeteilt hat, habe ich dabei keine Wahl. Ich dachte immer, dass man, wenn so was in der Arbeit passiert, schon das Recht hat, das abzulehnen, aber da lag ich wohl falsch. Der Ermittler von der Staatsanwaltschaft hat mir schon einen tollen Tip gegeben, wie ich mich am besten verhalten soll. “Einfach die Wahrheit sagen,” soll ich. Da wäre ich alleine nicht drauf gekommen!</p> <p style="margin-bottom: 0in; font-family: trebuchet ms;">Mehr dazu – hoffentlich nicht – später. </p> <p style="margin-bottom: 0in; font-family: trebuchet ms;">Viele liebe Grüße aus dem wunderschön warmen und sonnigen San Francisco.</p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-6824981045525027889?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com3tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-17257508237255133432008-04-28T10:22:00.000-07:002008-04-28T10:23:14.605-07:00Wenn Immobilienmakler feiern...<p style="margin-bottom: 0in;">Ach ist schon schön, wenn man einen ruhigen Abend zu Hause verbringen will und die Immobilienmakler unter einem beschließen, eine Party zu feiern. Die Musik ist lauter, als die Musik, die normalerweise aus unserer Stereoanlage kommt und ist natürlich genau die Mischung von Pop, Hip Hop und Salsa, die wir nicht leiden können, Immobilienmakler aber anscheinend unwiderstehlich finden. Naja, hoffenlich gehen sie bald nach Hause. Mir wäre das ja sowieso zu blöd nach der Arbeit noch im Büro zu feiern. Aber ich bin ja auch kein Immobilienmakler, denn die hängen anscheinend gerne nach der Arbeit noch im Büro rum. Manchmal kommen sie sogar mitten in der Nacht vorbei, machen im Garten das Licht an und sitzen da rum. Ich meine, der Garten ist ja schon ganz nett, aber es ist eben doch das Büro. Wer sagt nach dem Abendessen im Restaurant und nach ein paar Gläsern Wein (Bier trinken die glaube ich nicht) schon, “ach komm, gehen wir noch schnell im Büro vorbei und setzen uns da in den Garten.” Ich auf jeden Fall nicht, obwohl, so eine Nacht ganz alleine in der Bibliothek wäre schon nicht schlecht... aber vielleicht spukt es da ja auch.</p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p> <p style="margin-bottom: 0in;">Aber genug von Immobilienmaklern. Anselm hat schon vorgeschlagen, seine High on Fire CD ganz laut anzumachen, aber ich glaube eine Mischung von High on Fire und Pop-Hip-Hop-Salsa wäre wahrscheinlich tödlich. Vielleicht kann er die ja unter der Woche mal anmachen, wenn die da unten arbeiten müssen!</p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p> <p style="margin-bottom: 0in;">Tja, weiter bin ich mal wieder nicht gekommen, weil es im anderen Zimmer leiser war und wir dann einfach eine DVD angeschaut haben, um uns von der Party abzulenken. </p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p> <p style="margin-bottom: 0in;">Nachdem das ganze Wochenende die Sonne geschienen hat und das Meer so blau und einladend aussah, dass man fast darin schwimmen möchte, ist heute unser Nebel wieder da und alles ist grau und feucht. Aber gut, nachdem in San Diego erst ein 5 Meter langer Hai einem Surfer mit einem Haps beide Beine abgebissen hat, kriegt mich hier sowieso keiner ins Wasser! Und kalt ist das Wasser ja trotzdem immer, auch wenn es noch so karibisch blau aussieht. Über den Nebel freue ich mich auch weil unsere Klimaanlage in der Bücherei nicht funktioniert. Oder eher gesagt, sie funktioniert angeblich, nur merkt man davon in der Bücherei nichts. Das ist eben das Schöne an so zentral gesteuerten Anlagen. Man kann selber nichts tun und hat deswegen auch keine Beweise, das etwas nicht funktioniert. Was mich wundert ist nur, dass die Leute trotzdem in Scharen in die Bücherei kommen. Sie beschweren sich dann, dass es zu warm und stickig ist, aber sie könnten ja auch woanders hingehen, wo es nicht heiss und stickig ist! Ich darf ihnen das natürlich nicht vorschlagen, aber wundern tue ich mich da schon. Wenn ich gestern die Wahl gehabt hätte, wäre ich sicher nicht in der Bücherei gewesen!</p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p> <p style="margin-bottom: 0in;">Allerdings werde ich in der nächsten Zeit viel mehr in der Bücherei sein, egal ob das Wetter schön ist oder nicht. Ein Kollege wechselt in eine andere Stadteilbücherei und eine Kollegin hat 2 Monate Pflegeurlaub genommen, weil ihre Mutter in Hongkong krank ist. Tja und da wir ja eine Einstellungssperre haben, weil San Francisco kein Geld aber viele Schulden hat, werden wir so bald auch keinen Ersatz bekommen. Und für mich heißt das mehr Stunden. Ist mir eigentlich auch ganz recht, nur kommen im Mai Anselms Schwester mit Familie und da wäre es schön etwas mehr Zeit für Nichte und Neffen zu haben. Bin schon sehr gespannt, was Anselm dieses Mal von seinem Neffen lernen wird. Ich sage ihm ja immer, dass das eigenlich umgekehrt funktioniert, aber er hört ja sowieso nie auf mich. Naja, vielleicht kann ich mir ja ein paar Tips von unserer Nichte abschauen. Was natürlich heißt, dass wir noch alberner als sonst werden, aber damit müssen wir dann eben leben. Und unsere Umgebung mit uns, also freut euch, dass ihr so weit weg seid. Obwohl ... habe ich schon erwähnt, dass der Dollar-Euro Umtauschkurs zur Zeit für euch sehr günstig ist... </p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p> <p style="margin-bottom: 0in;">Also, viel war es dieses Mal nicht, aber es passiert eben nicht immer was Interessantes.</p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p><p style="margin-bottom: 0in;">Liebe Grüße,</p> <p style="margin-bottom: 0in;">Daniela</p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p> <p style="margin-bottom: 0in;"><br /></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-1725750823725513343?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-87661011413299609952008-02-10T10:52:00.000-08:002008-02-10T10:57:51.982-08:00Gong xi fa cai!Hallo,<br /><br />Seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe, seid ihr im St. Martins Umzug gelaufen, habt vom Nikolaus wahlweise eine Rute oder Schokolade bekommen, Weihnachtslieder gesungen, auf dem Christkindlsmarkt Glühwein getrunken, Geschenke ver- und ausgepackt, Raketen verschossen und Champagner getrunken und habt den Fasching überlebt. Alles in allem, ist es also schon eine ganze Weile her. Wir haben auch einige dieser Sachen gemacht und gerade das chinesische Neujahr gefeiert. Also keine Masken und Konfetti, sondern rote Geldumschläge, Löwentänze und Ahnenbeweihräucherung. Ist schon interessant, dass in San Francisco das chinesische Neujahr ein echter Feiertag ist. Vor allem natürlich in Chinatown, aber in den Schulen haben die Kinder frei – angeblich, weil die chinesischen Kinder sowieso nicht in die Schule kommen. Meine Bibliothek hat auch früher zu gemacht, wir müssen aber die Stunden vor- oder nacharbeiten. Aber da ich an dem Tag nicht gearbeitet habe, brauche ich mir da keine Gedanken zu machen. Einen Löwentanz für Glück im neuen Jahr hatten wir auch. Leider habe ich an dem Tag in einer anderen Bibliothek ausgeholfen und da haben sie den Löwen nicht in die Bibliothek gelassen. Wie er dann aber das Glück hineinbringen soll, ist mir nicht ganz klar. Und da bestimmt über die Hälfte der Leute in der Bibliothek Chinesen waren, hätte es ihnen bestimmt auch nichts ausgemacht, wenn es auf einmal ein bisschen lauter gewesen wäre. Und ich wäre auch wieder wach geworden. In dieser Bibliothek ist es nämlich ziemich langweilig, wenn man wie ich den Trubel der Chinatown Bibliothek gewohnt ist. Manche Bibliothekare wollen deswegen nicht in Chinatown arbeiten, aber mir ist es lieber, wenn es ein bisschen hektisch ist, als wenn garnichts los ist. Lesen oder private Emails schreiben darf ich nämlich dann trotzdem nicht, und den ganzen Tag Fachzeitschriften und bibliothekswissenschaftliche Blogs lesen macht mich auch verrückt.<br /><br /><a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/mouse-777915.gif"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/mouse-777911.gif" alt="" border="0" /></a>Wie ihr dem Bild entnehmen könnt, ist dieses Jahr das Jahr der Ratte. Oder Maus, im Chinesischen unterscheiden sie da nicht. Genauso wie sie nicht zwischen Schafen und Ziegen unterscheiden, was ich schon ein bisschen komisch finde. Da viele Leute Ratten ja nicht unbedingt attraktiv finden – die echten Ratten natürlich, nicht die im Jahr der Ratte geborenen – habe ich auf Neujahrskarten und sonstigen Dekorationen neben vielen, sich nicht von Disney lizensierten Mickeymäusen auch viele Hamster gesehen. Die heissen auf Chinesich nämlich Packratten (freie Übersetzung meinerseits) und sind da schwanzlos für viele Leute nicht so angsteinflößend wie echte Ratten oder Mäuse. Falls ihr also dieses Jahr einen durch 12 teilbaren Geburtstag feiert oder Kinder kriegt, seid ihr oder eure Kinder Ratten (oder Mäuse oder Hamster, je nach persönlicher Vorliebe). Also doppelt alles Gute und gong xi fa cai (viel Glück und Reichtum)!<br /><br />Und weil ich schon beim Thema Chinatown bin, kann ich auch gleich mit meinen lange vernachlässigten Stadtteilbeschreibungen fortfahren. Einige von euch waren ja schon in San Francisco – und die, die noch nicht hier waren, kann ich nur mal wieder einladen, doch mal vorbei zu schauen. Wenn ich nämlich plötzlich von hier wegziehen würde und ihr hättet mich bis dahin noch nicht besucht, würdet ich euch sicher ärgern, oder? Aber zurück zum Thema: Chinatown. Chinatown hat 2 Teile, eine Touristenchinatown mit Souvenirläden und Restaurants mit Bilderspeisekarten auf Grant Street und der echten Chinatown in allen kleinen Gässchen und Straßen drum herum. Stockton Street mit seinen Gemüse-, Fisch- und anderen Lebensmittelläden und kleinen Dimsum Restaurants mit handgeschriebenen (chinesisch natürlich) Speisekarten ist das Herz von Chinatown und am Nachmittag, besonders am Wochenende, kann man sich kaum durch die Menge der mit Plastiktaschen und Einkaufswägelchen beladenen Chinesen drängeln, die da ihre Einkäufe erledigen. Wenn sie damit fertig sind – zumindest kommt es mir so vor – dann fahren sie alle mit dem 30 Stockton Bus. Der Bus fährt quer durch die Stadt, wäre also eine attraktive Alternative zur von Touristen überfüllten Cablecar für Leute die auf die andere Seite von Chinatown müssen. Das Problem dabei ist nur die oben erwähnten mit Einkaufstaschen und -wägelchen beladenen Menschenmassen in Chinatown und überhaupt die Tatsache, dass der Bus durch Chinatown fährt. Da bewegt sich der Bus nämlich mit einer – von der Muni gemessenen – Geschwindigkeit von 3.6 Meilen pro Stunde, also etwa 5.8 kmh. Das kommt mir allerdings immer noch übertrieben schnell vor. Jedesmal wenn ich mit dem 30 Stockton fahre, sehe ich wie Leute mit Kleinkindern in den Bus einsteigen und am anderen Ende von Chinatown mit Teenagern wieder aussteigen und ich fühle mich ebenfalls um Jahre gealtert, wenn ich mich wieder aus dem Bus herausgequetscht habe. Wenn ich es überhaupt schaffe auszusteigen. Manchmal ist der Bus nämlich so voll, dass man besser weiter fährt als sein Leben beim Aussteigen zu riskieren. Weil wenn man aussteigen will muss man sich nicht nur durch die Menge der Menschen drängen, die schon im Bus sind, sondern ebenfalls wie ein Lachs durch Stromschnellen durch die Menschen, die versuchen mit ihren Einkaufstaschen, -wägen und Kleinkindern noch einen Platz im überfüllten Bus zu finden. Also eine viel erlebnisreichere und vor allem billigere Erfahrung als die Cablecar!<br /><br />In diesem Sinne, viele liebe Grüße,<br /><br />Eure Daniela<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-8766101141329960995?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-35044812580112710272007-12-23T08:50:00.000-08:002007-12-23T08:55:27.567-08:00Froehliche WeihnachtenFroehliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!<br /><br /><br /><!--url's used in the movie--><br /><!--text used in the movie--><br /><!-- saved from url=(0013)about:internet --><br /><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://fpdownload.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=8,0,0,0" width="368" height="400" id="tropfen" align="middle"><br /><param name="allowScriptAccess" value="sameDomain" /><br /><param name="movie" value="tropfen.swf" /><param name="quality" value="high" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><embed src="tropfen.swf" quality="high" bgcolor="#ffffff" width="368" height="400" name="tropfen" align="middle" allowScriptAccess="sameDomain" type="application/x-shockwave-flash" pluginspage="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer"> </embed><br /></object><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-3504481258011271027?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-39540073640579775362007-09-19T14:19:00.000-07:002007-09-19T14:21:15.962-07:00Kantonesisch<p class="MsoNormal">Ich wollte mich schon lange mal wieder melden, aber in letzter Zeit war einfach zu viel los. <span style="" lang="DE">Dabei denke ich mir oft, „darüber könnte ich gut was schreiben“. Meistens vergesse ich das dann sofort und ihr werdet es nie erfahren. Andere Male schreibe ich es mir auf – oft auf kleine Zettelchen, die ich dann prompt verliere, oder in so kryptischer Weise, dass ich ein paar Tage später keine Ahnung mehr habe, was ich damit meinte. Wenn ich es überhaupt lesen kann – jede/r die/der schon mal einen Brief oder Postkarte von mir erhalten hat, kann jetzt wissend nicken. Das geht mir übrigens nicht nur mit den Berichten an euch so, sondern ich mache das auch bei Ideen für Bilder, Lesevorschläge und Seminararbeiten so. Am besten ist es immer, wenn ich mitten in der Nacht aufwache und einen Geistesblitz habe – oder zumindest in meinem schlafwanderlischen Zustand denke, dass es sich um einen Geistesblitz handelt – mich aus meinen Kissen wühle, zu meinem Schreibtisch taste und, am besten im Dunkeln damit Anselm nicht aufwacht, meine Gedanken aufschreibe. Am nächsten Morgen versuche ich dann zu entziffern, was ich geschrieben habe, aber selbst wenn ich es lesen kann, macht es selten Sinn. Eigentlich müsste ich die Produkte dieser nächtlichen Schreibanfälle aufheben, aber ich habe Angst, dass ein Psychologe die irgendwann mal in die Finger kriegt und mich für komplett durchgeknallt hält.<o:p><br /></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Aber genug von Sachen über die ich schreiben könnte, wenn ich denn wüsste, worum es sich handelt und zu Dingen, an die ich mich noch erinnern kann. Bevor ich auch die vergesse!<o:p><br /></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Dass es bei mir im Moment so rund geht, liegt daran, dass ich mir zusätzlich zu meiner Arbeit in der Chinatown Stadtteilbücherei, bei der es sich ja nur um eine Teilzeitstelle handelt, noch 2 Projekte angelacht habe. Das eine ist wieder der Kurs in Geschichte der chinesischen Medizin, den ich schon ein paar Mal unterrichtet habe. Das andere ist ein Kurs an der Dominikan University zum Thema Bibliotheksbenutzung und Internetrecherche. Zu dem Kurs bin ich eher zufällig gekommen. Ich hatte mich im Frühjahr auf eine Stelle in der Bibliothek der Dominican University beworben, bin aber nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Deswegen war ich sehr überrascht, als sie mir vor ein paar Monaten auf einmal gemailt haben und mir angeboten haben, den Kurs zu unterrichten. Da ich das schon immer mal ausprobieren wollte, habe ich natürlich gleich ja gesagt und bin auch prompt genommen worden. Aber da ich so einen Kurs zum ersten Mal unterrichte, ist die Vorbereitung der Stunden sehr zeitaufwendig. Es ist eine komische Mischung von vorgegebenen und meinen eigenen Materialien, was die Vorbereitung nicht unbedingt erleichtert. Einerseits finde ich es gut, dass ich eine Struktur habe, an die ich mich halten kann, andererseits würde ich oft einen anderen Schwerpunkt legen, kann aber nicht, weil meine Studenten sonst die vorgeschriebene Hausaufgabe nicht machen können. Trotz allem macht es mir aber viel Spass und ich hoffe, dass sie mich nächstes Semester wieder brauchen können. Ich denke auch (hoffe), dass es beim nächsten Mal einfacher wird, weil ich ja schon eigenes Material habe, das ich verwenden kann. Das ist bei meinem Geschichtskurs der Fall, auch wenn ich mich natürlich jedes Mal wieder vorbereiten muss. Dieses Mal wäre ich beinahe eine Woche zu spät dran gewesen, habe aber glücklicherweise am Wochenende vor Kursbeginn noch mal nachgeschaut. Das wäre wirklich sehr peinlich gewesen.<o:p><br /></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Die zwei Kurse zu unterrichten ist schon spannend, vor allem weil es sich um so unterschiedliche Themen handelt auch sie auch noch am gleichen Tag statt finden. Diese Woche zum Beispiel habe ich am Donnerstag morgen in Oakland 2,5 Stunden lang von Daoisten, Unsterblichkeitstränken und buddhistischen Exorzisten erzählt und mich dann am Abend in San Rafael eine Stunde lang mit Datenbanken, Primär- und Sekundärquellen und dem Beurteilen von Webseiten herum geschlagen.<o:p><br /></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Interessant an den beiden Kursen sind vor allem die Unterschiede zwischen den Studenten. In dem Geschichtskurs gibt es Piercings und Tattoos und alle trinken sehr gesund aussehende Kräutertees, in der Dominikan Universität sehen die Studenten alle recht normal aus und studieren auch normalere Sachen. Dass es sich bei der Dominikan Universität um eine katholische Uni handelt, habt ihr euch wahrscheinlich schon gedacht. Dass ich jetzt in einer katholischen Uni unterrichte finde ich doppelt witzig, nicht nur weil ich in Taiwan auch an einer katholischen Uni war, wo die Studenten im Englischunterricht die Bibel lesen sollten, sondern weil meine Schwester dieses Schuljahr ebenfalls in einer katholischen Schule angefangen hat. Anders als an der Fujen Universität in Taiwan habe ich hier keine Missionare in meinem Kurs, aber ein Nonnenkloster gehört bei beiden Unis dazu. Man bemerkt bei der Dominikan Universität das katholische nicht gleich, aber als ich in meiner letzten Stunde das Ausschließen von bestimmten Begriffen bei der Bibliotheksrecherche demonstrieren wollte und nach „Religion NOT catholic“ gesucht habe, erhielt ich 0 Resultate! In meinem anderen Kurs besteht eher Interesse an Daoismus und Buddhismus. Eine Studentin aus China allerdings will ihren Aufsatz über die bisher verheimlichte christlichen Einflüsse auf die chinesische Kultur schreiben, wonach Konfuzius angeblich die Bibel studiert hat. Hmh, ich weiss noch nicht genau, wie ich sie zu einem anderen Thema überreden kann, aber ein bibellesender Konfuzius ist leider nicht akzeptabel. Das ist immer schwierig bei derartigen Themen, weil eines der Hauptargumente dieser Theorien ja immer ist, dass diese Theorien verheimlicht und unterdrückt werden. Wenn man sie also kritisiert, wird man leicht zu den „bösen“ Verheimlichern und Unterdrückern gezählt.<o:p><br /></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Und weil ich noch nicht genug zu tun habe, habe ich Anselm zu einem gemeinsamen Kantonesischkurs überredet (gezwungen?). In Chinatown spricht nämlich die Mehrheit der Leute Kantonesisch und da verstehe ich noch nicht mal Bahnhof (ha, ha). Auch wenn sie Hochchinesisch sprechen, haben sie einen so starken Akzent, dass ich mir gedacht habe, dass mir der Kurs wenigstens helfen sollte ihr Hochchinesisch zu verstehen, wenn ich es nicht schaffe mir mehr als ein paar Sätze Kantonesisch anzueignen. Das ist nämlich wirklich nicht einfach. Ich fand ja schon die 4 Töne im Hochchinesisch übertrieben und kann auch heute die Töne allerhöchstens unbewusst richtig aussprechen. Und jetzt soll ich im Kantonesischen 7 Töne unterscheiden und richtig aussprechen lernen! Und während sich die 4 Töne nur durch die Intonation unterscheiden (flach, fallend, steigend und fallend-steigend) gibt es im Kantonesischen zum Beispiel einen hohen flachen, einen mittleren flachen und einen tiefen flachen Ton. Man muss also richtig singen! Wenn die Töne schön in einer Reihe sind, kann ich sie schon unterscheiden, aber wenn die 7 Töne in einem Satz so richtig durcheinander gewirbelt werden, habe ich keine Chance mehr! Naja, wir haben auch erst 1 Monat Unterricht hinter uns, vielleicht gibt es ja noch Hoffnung. „Bibliotheksausweis“ und „Ich verstehe kein Kantonesisch“ kann ich auf jeden Fall schon und benutze es auch regelmäßig in der Arbeit.<o:p><br /></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Zum Thema Sprachenlernen fällt mir noch etwas ein, was ich euch schon lange einmal erzählen wollte. </span>Vor einer Weile saßen Anselm und ich in einem japanischen Nudelrestaurant neben einem Paar und überhörten folgenes Gespräch: „I could of course talk to the waitress almost entirely in Japanese, but I feel highly uncomfortable talking to someone in a language that is their native language but not mine.“ <span style="" lang="DE">Ich musste mich echt zusammenreißen, um ihn nicht zu fragen, warum er denn dann überhaupt eine Fremdsprache lernt. Das kommunizieren mit Leuten in ihrer Muttersprache ist doch eigentlich der Grund warum man sich die ganz Mühe mit den Vokabeln und der Grammatik und den 7 Tönen macht. Oder habe ich da was falsch verstanden? Wenn ja, dann ist es ja gut, dass Anselm auch in den Kurs geht, denn da es sich ja bei Kantonesisch für uns beide um eine Fremdsprache handelt, müssen wir uns nicht unwohl fühlen, wenn wir uns in Kantonesisch unterhalten. Falls wir irgendwann mal so viel Kantonesisch gelernt habe, dass wir ausser uns gegenseitig nach dem Namen und dem Herkunftsland zu fragen noch über andere Dinge reden können.<o:p><br /></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">In diesem Sinne, joigin!<o:p></o:p></span></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-3954007364057977536?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-54288079359179375582007-07-15T20:06:00.000-07:002007-07-15T20:07:59.013-07:00Schon wieder ein neuer Job!<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="" lang="DE">Und kaum ist Ostern vorbei, ist es auch schon Mitte Juli. Oder so kommt es mir zumindest vor. Ich habe zwar das Gefühl, dass es mir jedes Jahr so geht, aber dieses Jahr war es noch mehr der Fall. Als ich mich das letzte Mal gemeldet habe, hatte ich gerade meine Springerstelle als Bibliothekarin angefangen und ein neues Haustier gefunden. Tja, und jetzt ist es Juli und ich habe schon wieder einen neuen Job, wenn auch wieder keinen neuen Arbeitgeber. Glücklicherweise wurde nämlich in der Chinatown Bücherei eine zweisprachige (Englisch Chinesisch) frei, auf die ich mich natürlich prompt beworben habe. Und ich wurde sogar genommen. Oder auch nicht, denn obwohl sie mir den Job zugesagt hatten, ich den Vertrag und alles unterschrieben und mich bei der Krankenkasse und der Rentenversicherung angemeldet hatte, hing alles davon ab, ob ich den städtischen Chinesischtest bestehen konnte. Der ist zum Glück für meine Stelle nur mündlich, aber sie machen ihn praktischerweise eben nicht vor dem Vertrag, sondern irgendwann danach. Und wenn man ihn nicht besteht, erfüllt man die Qualifikationen für den Job nicht und muss also gleich wieder entlassen werden. Da ich, um den neuen Job annehmen zu können, meinen alten Job kündigen musste, hätte das also bedeutet, dass ich dann nicht nur deprimiert sondern gleich noch arbeitslos gewesen wäre. Also eine Situation, in der man ganz entspannt zu einem Test erscheinen kann, über den man offiziell keinerlei Informationen erhält. Ha ha! Ja, da tun sie nämlich ganz geheimnissvoll und verraten einem garnicht, was man in dem Test machen muss. Ich hatte schon das Gefühl, dass mir auf einmal ein paar Kerle einen Sack über den Kopf stülpen, mich in ein Auto zerren und irgendwo in die Docks von San Francisco fahren würden, wo mir dann ein städtischer Sprachentester eine Lampe ins Gesicht scheinen und mein Chinesisch testen würde. Glücklicherweise kenne ich mehrere Leute, die den Test schon gemacht haben und mir versichern, dass das gerade beschriebene Szenario nur meiner übereifrigen Phantasie entsprungen war. Ausserdem haben sie mir ein paar Tips zum tatsächlichen Test gegeben. Das war auch gut so, denn der Test hat, warum denn auch, überhaupt nichts mit Bibliotheken zu tun, da er, wie oben erwähnt, eben ein städtischer Test ist. Naja, und so bin ich dann vor ein paar Wochen mit schlotternden Knien zur Teststelle. Ausser mir saßen da nur Polizisten, weil die Stelle bis vor ein paar Wochen nur Polizisten getestet hat. Die haben mich ein bisschen komisch angeschaut und waren lange nicht so nervös wie ich. Lag wohl daran, dass sie nicht entlassen werden, wenn sie durchfallen. Der Test selber war dann nicht ganz so schrecklich, wie ich befürchtet hatte, aber auch nicht einfach. Das lag daran, dass das Vokabular bürokratiebezogen war, oder wie immer man das beschreiben mag. Und Sachen wie Sozialarbeiter oder Unterhalt, habe ich noch nie auf Chinesisch sagen müssen oder gehört. Aber glücklicherweise habe ich bestanden und also immer noch einen Job. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="" lang="DE">Jetzt muss ich nicht mehr jeden Morgen erst einmal in meinen Terminkalender schauen um festzustellen, in welche Bibliothek ich denn muss, sondern fahre jeden Tag mit der Cablecar zur Chinatownbücherei. Da bin ich im Moment immer noch dabei, die Namen von allen Kollegen zu lernen. Da es davon etwa 30 gibt und bis auf mich und noch einen Bibliothekar alle Chinesen sind, ist das garnicht so einfach. Ich zähle mich nicht zu den Leuten, die finden dass alle Asiaten gleich aussehen, aber trotzdem fallen da ein paar Unterscheidungsmerkmale weg. Wenn sich niemand die Haare färbt, wie bei mir nun mal der Fall, haben eben alle schwarze Haar und bei den Haarschnitten gibt es ein paar, die sehr beliebt sind und sich deswegen in einer Gruppe von 30 Leuten schon mal wiederholen. Naja, langsam wird es besser und aus Kevin/Simon/Warren sind zum Beispiel Kevin, Simon und Warren geworden. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="" lang="DE">Und die Arbeit macht auf jeden Fall Spass. Ich benützte jeden Tag mein Chinesisch und langsam spricht es sich schon ein bisschen herum, dass diese Langnase Chinesisch kann. Die meisten Leute in Chinatown sprechen zwar Kantonesisch, ein für mich unverständlicher sogenannter Dialekt (wenn das stimmt, dann könnte man Portugiesisch auch einen italienischen Dialekt nennen), aber viele können auch Mandarin und so kommen wir ganz gut zurecht. Und wenn nicht, kann ich immer noch meine Kollegen um Hilfe bitten. Es ist auch immer viel los, so dass es mir nicht langweilig wird. Als Springerin war ich ein paarmal in Bibliotheken, wo ich den ganzen Tag keine einzige Frage gekriegt habe und da habe ich mich dann gefragt, was ich da eigentlich tue. Da einzig blöde am neuen Job ist nur, dass ich jetzt ein Jahr Urlaubsverbot habe. Wir wollten eigentlich im November noch mal nach Europa fliegen, aber daraus wird jetzt nichts. In einem Jahr allerdings, werde ich dann bezahlt dafür, dass ich in Urlaub fahre. Das hatte ich noch nie - ich weiss, ich weiss, 36 und den ersten richtigen Job, ist schon ein bisschen peinlich - und bin schon ganz gespannt darauf zu erfahren, ob es sich anders anfühlt als ein unbezahlter Urlaub.<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="" lang="DE">Dewey der Bibliothekshamster ist inzwischen schon fast dreimal so gross, wie auf dem letzten Photo. Ich finde zwar immer noch, dass sie sich wie ein haariger Goldfisch anfühlt, wenn ich sie in der Hand habe, aber jetzt fühlt man wenigstens ein bischen Gewicht, wenn sie auf einem sitzt. Im Unterschied zu Mrs. Squib, die gerne klettert und Abends meistens kopfüber von der Käfigdecke hängt (ich denke, dass in ihrem Stammbaum mal jemand einen Seitensprung mit einer Fledermaus hatte), liebt Dewey Tunnel und läuft nicht über ihrem Einstreu sondern gräbt sich unten durch. In ihrem Kopf spielt wahrscheinlich die Titelmusik vom Weissen Hai, wenn sie durch die Einstreudecke bricht und sich auf einen ahnungslosen Sonnenblumenkern stürzt. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="" lang="DE">Also, ich hoffe, ihr habt einen schönen Sommer. Bei uns ist das Wetter mal wieder typisch San Francisco. Heute morgen war bei es bei uns so neblig, dass es fast geregnet hat, und in der Innenstadt war es dann klar und sonnig. Ich sage nur, All Wetter Taft ist das Motto unserer Garderobe.<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="" lang="DE">Viele liebe Grüße,<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="" lang="DE">Daniela<o:p></o:p></span></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-5428807935917937558?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-25651844428851174042007-05-02T09:24:00.000-07:002007-05-02T09:47:28.179-07:00Was krabbelt denn da?<span style="" lang="DE">Tja, da bin ich kaum mit einem Bericht fertig und schon gibt es wieder genug für den nächsten. Und da ich momentan auch etwas Zeit habe, schreibe ich lieber gleich, bevor mir wieder etwas dazwischen kommt. <o:p></o:p></span> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Die erste Neuigkeit ist, dass wir seit 3 Wochen einen neuen Hausgast haben. Und das ging dann so: Ich war am Dienstag vor 3 Wochen zum ersten Mal in der Chinatown Bücherei im Einsatz. Ich freute mich schon, vielleicht Gelegenheit zu haben, mein Chinesisch zu benutzen und mit der Cablecar in die Arbeit zu fahren. Lief auch alles wunderbar, ich sass die meiste Zeit am Informationsschalter und half Leuten mit ihren Recherchen, bis auf einmal eine Frau zu mir kam, mir einen Bleistiftbehälter entgegen hielt und meinte, dass sie das was darin war gerade in der Bücherei eingefangen hätte und was das wohl wäre. Ich wollte erst garnicht reinschauen, da ich eine Kakerlake, Riesenspinne oder sonst etwas Ekliges erwartet hatte. Aber dann habe ich doch rein geschaut und da sass da ein winzig kleines, total verschüchtert aussehendes Zwerghamsterbaby. Tja, was tun. Ich habe dem Kleinen erst einmal ein bischen Toilettenpaper zum Warmhalten gegeben und ein Stückchen Keks auf das er</span><span style="" lang="DE"> sich auch gleich gestürzt hat. Dann haben wir eine Ansage gemacht, ob jemand einen Zwerghamster vermisse. Da sich niemand gemeldet hat und ich dem Kleinen im Tierheim keine großen Überlebenschancen ausgerechnet habe, habe ich ihn mit nach Hause genommen. Und da ist er natürlich immer noch, weil wir es, nachdem wir ihn die ersten Tage ziemlich hochpäppeln mussten, dann doch nicht übers Herz gebracht haben, ihn ins Tierheim abzuschieben. Wir haben den Kleinen Dewey getauft, nach dem Dewey Decimal System nach dem hier die Bücher in öffentlichen Büchereien organisiert werden. Schliesslich wurde er ja in </span><a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/dewey_small-723320.jpg"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer; width: 320px; height: 220px;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/dewey_small-723318.jpg" alt="" border="0" /></a><span style="" lang="DE">einer Bücherei gefunden, da muss er sich mit einem bibliothekswissenschaftlichen Namen abfinden.<span style=""> </span><o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Die Leute in der Chinatown Bücherei meinten übrigens, dass es das eigenartigste war, was je in ihrer Bibliothek geschehen ist - nicht schlecht also für einen ersten Arbeitstag. Inzwischen war ich noch ein paar Mal da und es sind keine weiteren Hamster aufgetaucht. Anfangs hatte ich nämlich schon gedacht, dass da auch noch eine Mutter und einige Geschwister dabei sein müssten, weil Dewey erst ca. 1 Woche alt war, als ich ihn gefunden habe. Wie Dewey in die Bücherei kam, ist immer noch ein Rätsel, weil er alleine nicht weit kommen konnte.<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Die Arbeit in der Bücherei ist immer noch sehr spannend und macht mir viel Spass. Man weiss nie, was das Thema der nächsten Frage sein wird und wie und ob man darauf eine Antwort finden kann. Die Fragen der letzten Wochen reichten von „Haben Sie ein Telefonbuch“ über „wie drucke ich eine Email aus“ bis „ich möchte mit der Schweinezucht anfangen, haben sie da Materialien.“ Die meisten Fragen lassen sich relativ schnell beantworten, aber bei der Schweinezucht musste ich erst eine Weile suchen, bis ich etwas halbwegs passendes gefunden habe. Am schwierigsten find ich bis jetzt aber die Hausaufgabenfragen. Viele Kinder kommen am Nachmittag nach der Schule in die Bücherei. Meistens spielen sie Computerspiele, aber viele machen da auch ihre Hausaufgaben. Und wenn sie dabei Probleme haben, kommen sie zu uns. Das Problem ist nur, dass meine Grundschulzeit inzwischen doch etwas weiter zurück liegt und sich ausserdem die Hausaufgaben ziemlich verändert haben. Und in Amerika war ich ja nicht in der Grundschule - die Fragen sind mir also noch fremder als sie es wahrscheinlich in Deutschland wären. Dazu kommt dann noch, dass die Kinder hier ihre Schulbücher nicht mit nach Hause nehmen dürfen - zu schwer und zu große Gefahr dass die Schulbücher zu Hause vergessen werden. Sie haben also nur die photokopierte Seite mit den Hausaufgaben und nicht die Seite mit dem, was sie in der Schule gelernt haben. Ein, meiner Meinung nach, recht eigenartiges System, weil so Schüler, die im Unterricht was nicht kapiert haben, keine Möglichkeit haben, das zu Hause noch einmal zu wiederholen. Und da die Schüler, die mit ihren Fragen zu mir kommen, oft überhaupt keine Ahnung haben, was sie machen sollen oder wie ein Problem zu lösen ist, scheint das System nicht besonders gut zu funktionieren. (Ich brauche mich also nicht mehr so zu wundern, wenn ständig in der Zeitung steht, wie wenig doch die Schüler in Kalifornien können und wissen.) Ich kann auch oft nur vermuten, was sie bei einer bestimmten Aufgabe machen sollen, da ich ja keine Ahnung habe, was sie an dem Tag in der Schule durchgenommen haben. Und wenn es dann noch Themen sind, mit denen ich mich nicht so gut auskenne, wie etwa Grad Fahrenheit oder das amerikanische Regierungssystem (ich weiss, ich sollte das langsam wissen, aber wenn die Aufgabenstellung dann noch blöd formuliert ist, bin ich mir da nicht mehr so sicher), dann wird es schon etwas schwierig. Aber zum Glück bin ich ja nicht alleine da und kann Problemfälle an eine/n meiner erfahreneren Kollegen/innen abgeben. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">So, jetzt aber genug von der Bücherei. Ich langweile den armen Anselm schon genug damit. Was ich zu meinem Deutschlandbesuch noch nachtragen wollte, ist, dass mein derzeitiger Verzicht auf alkoholische Getränke mir neben weniger Migräne auch einige neue Getränkeerlebnisse beschert hat. So neben allen möglichen Spezi und Schorlevariationen - besonders lecker Grapefruitschorle - auch belebtes Wasser! Und zwar höchstpersönlich von einer bestimmten Person, deren Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, belebt - zumindest laut Speisekarte der Goldenen Gans in Augsburg. Da es da ganz wunderbare Dinkelkässpätzle gibt, es es sowieso einen Besuch wert, aber das belebte Wasser, das es ganz umsonst zum Essen dazu gab, fand ich schon sehr interessant. Ich habe mich natürlich gefragt, wie diese Person denn wohl das Wasser belebt und warum es nach seiner Belebung - laut Speisekarte - so viel gesünder und besser für den Körper wäre. Da ich eine übereifrige Phantasie habe, sind mir natürlich sofort viele Möglichkeiten eingefallen, wie man dieses Wasser „beleben“ könnte und das Wasser wollte mir danach nicht mehr ganz so gut schmecken. Wieder zu Hause konnte ich dann - und ihr natürlich auch - gleich nachlesen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Belebtes_Wasser">http://de.wikipedia.org/wiki/Belebtes_Wasser</a>), was es mit dem belebten Wasser so auf sich hat und das war dann doch ein bischen enttäuschend. Kein Guru, der die Hand ins Wasser hält oder einmal barfuß durchläuft, sondern nur verschiedene Apparaturen. Obwohl, ganz am Ende steht dann, dass man auch einfach eine Flasche Wasser ins Vollmondlicht stellen könnte und sie so beleben kann - das fand ich dann wieder passender. Vielleicht probiere ich das beim nächsten Vollmond ja mal aus. Dann gibt es dann auch von Daniela Yew persönlich belebtes Wasser!<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Also, das wäre es mal wieder. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Bis bald,<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Daniela<o:p></o:p></span></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-2565184442885117404?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-22400498956604970412007-04-15T20:01:00.000-07:002007-04-15T20:20:19.125-07:00Rot und Grün und Bibliothekare<p class="MsoNormal"><span style="font-family: "Courier New";" lang="DE">Ich kann es kaum glauben, dass es schon/erst zwei Wochen sind, seit wir aus Deutschland zurück gekommen sind. Das klingt nach einem ziemlichen Zeitproblem ist aber einfach zu erklären. „Schon,“ weil ich fast noch den Schweinebraten schmecken kann und ich es gerade erst geschafft habe, die ganze Wäsche zu waschen. „Erst,“ weil die zwei Wochen seit unserer Rückkehr unglaublich schnell vergangen sind. Der Rückflug mit Tyrolean Air, Austrian Air und Air Canada dagegen ging garnicht schnell vorbei, aber da hatten wir auch nichts anderes erwartet. Ich war etwas enttäuscht, dass die Stewardessen der Tyrolean Air doch keine Dirndls trugen sondern nur trachtenartige Westen. Beeindruckt war ich aber, dass sie es geschafft haben uns fast schon im Landeanflug ein Essen zu servieren und die Tablets und alles andere wieder einzusammeln bevor das Flugzeug den Boden berührte. Am Wiener Flughafen mussten wir gleich 2 Mal durch die Sicherheitskontrolle und das obwohl wir ja nur umgestiegen sind. Die Flasche Wasser, die wir uns nach der ersten Sicherheitskontrolle gekauft haben, musste dann in eine spezialversiegelte Tüte, damit sie uns 10 Schritte weiter bei der 2. Sicherheitskontrolle nicht wieder abgenommen würde. Naja, lieber auf Nummer sicher und da der Flug am Gate neben uns nach Tel Aviv flog, waren wir durch einen ständig die Hand am Pistolenholster habenden Sicherheitsbeamten besonders sicher. Theoretisch jedenfalls, mich macht derartige ständige Schießbereitschaft eher nervös. Fast die gesammte Crew unseres Austrian Air Fluges bestand übrigens aus Männern in knallroten Anzügen, ganz im Gegensatz zum Hinflug mit Lufthansa, wo die Crew fast komplett aus 1,80 Meter großen, blonden Stewardessen bestand. Da die Sitze im Austrian Air Flugzeug rot und dunkelgrün waren und man uns zusätzlich noch mit gelbgrünen Decken ausgestattet hatte, war der Flug also sehr bunt. Ich weiss ja nicht, ob knallrot wirklich die beste Farbe für Flugpersonal ist (falls ihr neugierig seid, hier klicken <a href="http://www.uniformfreak.com/index2a.html">http://www.uniformfreak.com/index2a.html</a>). Man hört ja doch immer wieder mal von Leuten, die im Flugzeug Tobsuchtsanfälle kriegen und ich frage mich, ob die sich dann von einem knallroten Stewart beruhigen lassen. Da ist das Türkis der KLM sicher besser. Aber vielleicht war ja deswegen neben dem ganzen Rot so viel Grün im Flugzeug, der rotgewandete Stewart kann dann vielleicht sagen, „stöins earna vor sie sand im Wöid.“ Da wäre der Steward dann passend als Hagebutte oder Fliegenpilz oder sowas. Wer weiss. In Toronto mussten wir dann überraschenderweise nicht durch die kanadische Immigration, sondern durch die amerikanische, die sich, wie meistens, durch Unfreundlichkeit hervortat. Der Flug nach San Francisco war dann nur noch langweilig und lang. Und noch länger als erwartet, da eine Stewardess nicht zur Arbeit erschien (dass sie das erst bemerkt haben als wir schon im Flugzeug saßen, gibt mir zu denken) und wir eine halbe Stunde auf Ersatz warten mussten. Als der endlich auftauchte, war unsere Bodencrew gerade mit einem anderen Abflug beschäftigt und wir mussten noch einmal eine halbe Stunde bis zum Abflug warten, was einem, wenn man ohnehin kaum mehr sitzen kann, ewig vorkommt. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="font-family: "Courier New";" lang="DE">Aber dann waren wir endlich zu Hause und ich bin mit Jetlag aber halbwegs wach am Montag Morgen in die Arbeit. Da war ich dann überrascht, als mir ein paar Kollegen gratuliert haben. Erst dachte ich verwirrt, dass sie mir, meiner Probleme mit Greencardverlängerungen und verlorenen Geldbeuteln eingedenk, gratulierten, es ohne Probleme wieder ins Land geschafft zu haben. Dann dachte ich, dass es vielleicht ein amerkanischer Brauch ist, jemandem zur Hochzeit der Schwester zu gratulieren. Bis ich dann kapiert habe, dass sie mir zu meinem neuen Job als Bibliothekarin gratulierten, den ich während meiner Abwesenheit ganz ohne mein eigenes Zutun oder Zustimmen erhalten habe. Ist schon komisch, normalerweise ist alles super bürokratisch und man muss da erst auf eine Liste und dort erst ein Formular abgeben, bevor man sich überhaupt auf einen Job bewerben kann, aber jemanden einfach nach dem Vorstellungsgespräch einstellen, ohne dass man der Person den Job angeboten und/oder eine Zustimmung erhalten hat, geht anscheinend. Nicht dass ich den Job abgelehnt hätte - ich freue mich natürlich, dass es so schnell geklappt hat,- aber ich fand es doch etwas voreilig und für mich sehr verwirrend. Mein offizieller erster Arbeitstag im neuen Job war dann der 7. April, auch wenn ich erst am 10. richtig angefangen habe. Davor habe ich noch in meinem alten Job die Stunden aufgeholt, die mir durch unseren Deutschlandurlaub verloren gegangen sind - alles also etwas hektisch. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="font-family: "Courier New";" lang="DE">Mein offizieller Titel ist jetzt Librarian 1 Temporary as Needed, was heisst, dass ich Bibliothekarin der untersten Stufe bin und auch nur solange und wenn sie mich brauchen. Das bedeutet ebenfalls, dass sie mich überall dorthin schicken, wo gerade ein/e Bibliothekar/in fehlt. Ich finde das ganz spannend, da ich so alle Teilbibliotheken in unserem System besuchen und viele andere Bibliothekare kennenlernen kann. Und Arbeit gibt es anscheinend genug, da sie neben mir noch 5 andere TEANs, wie wir genannt werden, eingestellt haben. Wie gesagt, es ist alles noch ganz neu und im Moment werde ich sowieso erst noch eingearbeitet. Wobei das Einarbeiten eigentlich nur darin besteht, dass sie mich an den Informationstisch setzen und Fragen beantworten lassen. Wenn ich nicht weiter weiss, kann ich jemanden fragen, aber sonst darf ich alleine arbeiten. Ich finde das ganz gut so, denn ich hasse nichts mehr, als wenn mir ständig jemand über die Schulter schaut, auch wenn es oft gut gemeint ist. Die Benutzer der Teilbibliotheken sind nicht ganz so interessant wie die Leute in der Hauptbibliothek. Das bedeutet wahrscheinlich weniger interessante Anekdoten aus der Arbeit, aber weniger Geruchsbelästigung für mich. Und wenn der Samstag typisch war, wird es auch weiterhin Geschichten geben. Da kam nämlich ein Mann in die Bibliothek und wollte Hilfe mit dem Kopierer. Meine Kollegen hatten mich schon gewarnt, dass die Leute in dieser Teilbibliothek sich nicht gut mit Technologie auskennen und man ihnen bei vielem helfen müsse. Also bin ich mit dem Mann zum Kopierer, habe ihm gezeigt wo er die Kopierkarte reinstecken muss, die Kopiererklappe geöffnet und ihm gesagt, dass er das, was er kopieren will, auf die Glasplatte legen soll. Da gibt er mir ein Ringbuch, zeigt auf die erste Seite und sagt, die möchte er gerne kopieren. Alles schön und gut, nur war die Seite leer! Ich also nach gefragt, aber er wollte kopieren. Nach der ersten Seite haben wir die zweite Seite - ebenfalls leer - kopiert, dann war das Geld auf der Kopierkarte alle. Habe ich ihm erklärt, aber er meinte nur „mehr Kopien, ich will mehr Kopien!“ Tja und so haben wir dann insgesamt 7 Kopien aus seinem Ringbuch gemacht, alle leer. Später kam er dann wieder und wollte alles über die Gruppe Peter, Paul und Mary wissen. Zum Glück kam da eine der festangestellten Bibliothekarinnen dazwischen und zeigte mir, dass er schon einen eigenen Ordner hat, weil er ständig kommt und die gleichen Fragen stellt. Peter, Paul und Mary war aber neu und wir mussten es vom Internet ausdrucken (mit einer Kopie für den Order). Vielleicht trägt er die Informationen über Peter, Paul und Mary ja jetzt in die kopierten Ringbuchseiten ein?<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="font-family: "Courier New";" lang="DE">Dann kamen noch ganz viele Leute und wollten Steuerformulare und Informationen zur Steuererklärung. Haben wir auch alles in der Bibliohtek. Wie man die Steuer hier selber machen kann ist mir allerdings ein Rätsel. Wir haben einen Steuerberater ohne den wir komplett verloren wären. Wenn ich mir die von ihm gemachte Steuererklärung anschaue, verstehe ich nur Bahnhof und hoffe nur, dass er es auch richtig gemacht hat. Dabei habe ich in Deutschland meine Steuer immer selber gemacht, auch als ich viel freiberuflich gearbeitet habe. Also, wenn ihr bald an euren Steuern sitzt, denkt an uns und freut euch, dass ihr in Deutschland lebt. Und nachzahlen mussten wir auch noch was!<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="font-family: "Courier New";" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--> Also, es hat uns echt gefreut, viele von euch zu sehen und bei denen, die wir nicht gesehen haben, hoffen wir, dass es das nächste Mal klappt. Oder ihr kommt uns hier besuchen, nur so als Tip, falls ihr bei der Steuer etwas zurück bekommt.<o:p></o:p> <!--[endif]--><o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="font-family: "Courier New";" lang="DE">Viele liebe Grüße,<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="font-family: "Courier New";" lang="DE">Daniela<o:p></o:p></span></p><p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><o:p></o:p></span></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-2240049895660497041?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com3tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-48461441577768300892007-02-11T13:39:00.000-08:002007-02-11T14:05:15.949-08:00Schon wieder Deutschland!<span style="" lang="DE">Nachdem wir es drei Jahre lang nicht nach Deutschland geschafft haben, kommen wir jetzt schon wieder zu Besuch. Meine Schwester hat kurz vor Weihnachten im kleinen Kreis geheiratet und im März ist die große Feier, bei der wir natürlich nicht fehlen dürfen. (Meinen wir zumindest!) Und es passt auch so ganz gut, da ich immer noch auf Jobsuche bin, bzw. die Jobsuche im Januar begonnen habe, und es nicht so aussieht, als ob ich im März schon einen Vollzeitjob haben werde. Bibliotheken, vor allem Stadtbüchereien und Universitätsbibliotheken, sind bekannt dafür, dass sie extrem lange brauchen um Bewerbungen zu bearbeiten und ich habe schon von mehreren Seiten gehört, dass ich mich nicht zu wundern brauche, wenn ich ein Jahr später eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch von einer Bibliothek erhalte und mich garnicht mehr erinnern kann, mich da jemals beworben zu haben. Naja, ich hoffe mal nicht, dass es ganz so schlimm wird und im Moment, wie gesagt, passt es mir ganz gut. <o:p></o:p></span> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Wir kommen am 18. März und fliegen als Aprilscherz wieder zurück. Wir werden ein paar Tage irgendwo hin fahren, aber sonst sind wir entweder in München, bei Anselm´s Schwester, oder in Augsburg bei meiner Familie. Und wir würden natürlich gerne wieder so viele wie möglich von euch sehen.<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Ende Januar hätten wir uns beinahe wieder einen Strich durch unsere Reisepläne nach Deutschland gemacht oder sie zumindest wieder zu einem bürokratischen Problem gemacht. Ich habe nämlich Ende Januar - praktischeweise am Tag vor unserer Abreise zu einem Kurzurlaub in New York - meinen Geldbeutel in der Ubahn verloren. Das habe ich dann um ca. 4 Uhr nachmittags gemerkt und da wir am nächsten Tag ganz in der Früh los mussten, brach erst einmal eine leichte Panik aus. Kredit- und EC Karten mussten gesperrt werden, wir haben das Fundbüro der Ubahn kontaktiert und sind sogar persönlich zur Fahrerzentrale gefahren, aber der Geldbeutel tauchte nicht wieder auf. Aber unsere größte Sorge war natürlich meine Greencard, die ich als Resident Alien immer bei mir haben muss und die deswegen im Geldbeutel war. Und ohne Greencard keine Reise nach Deutschland. Naja, wir sind dann erst mal nach New York geflogen. Nach der Rückkehr wieder Anrufe beim Fundbüro, aber kein Geldbeutel. Dann haben wir den Antrag für die Ausstellung einer neuen Greencard ausgefüllt, 200 Dollar gezahlt und abgeschickt und am nächsten Tag kam prompt mein ganzer Geldbeutel, zwar ohne Geld aber mit allen Karten, per Post zurück. Und, wie die Einwandererbehörde einem freundlich auf der Webseite mitteilt, für eventuell falsch gestellte oder abgebrochene Anträge werden keine Gebühren zurückerstattet. Aber gut, lieber so, als wieder so eine lange Warterei wie beim letzten Mal, das ist mir dann schon fast wieder 200 Dollar wert. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--><o:p></o:p>New York war toll, wenn auch schweinekalt. An einem Tag hatte es -12 Grad Celsius, aber die meiste Zeit hatte es so um -5 Grad. Für uns vom milden Klima in San Francisco verwöhnten Weichlige war es also entschieden zu kalt. Vor allem da wir auch keine richtigen Wintersachen haben, da wir die in San Francisco ja nicht brauchen. Anselm hat sich gleich am ersten Tag eine neue Winterjacke gekauft und sonst haben wir uns nach dem Zwiebelprinzip ganz gut eingekleidet. Gut, die Arme stehen dann seitlich ein bischen albern ab und Bewegungen wie das Hervorholen des Geldbeutels oder das Bedienen der Kamera sind etwas schwierig, aber da muss man eben durch. Leider habe ich deswegen nur wenige Photos gemacht. Das Licht wäre echt schön gewesen, aber wie gesagt, Zwiebeln tun sich beim Photographieren schwer. Wenn man es genau betrachtet, machen Zwiebeln eigentlich überhaupt keine Photos. Sie sehen ja auch nicht so gut, weil sie ständig weinen müssen. Haben wir übrigens auch, da der Wind doch ganz schön heftig durch die Wolkenkratzerschluchten pfeifft.<br /></span></p><p class="MsoNormal"><a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/2007-2-11dani_MMA-744615.jpg"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/2007-2-11dani_MMA-742237.jpg" alt="" border="0" /></a></p><p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Das klingt jetzt so, als ob es ganz fürchterlich war, aber wir hatten wirklich viel Spass. Trotz der Kälte sind wir ziemlich viel in der Stadt herumgelaufen. Es ist einfach zu interessant. Man läuft irgendwo los und sieht etwas Interessantes, geht hin, sieht etwas anderes, geht in die Richtung, biegt nach da ab, sieht was in der Ferne, usw. bis man sich dann auf einmal am anderen Ende von Manhatten wiederfindet. Ich habe im Urlaub aus einem mir unbekannten Grund ständig Hunger und muss deswegen mindestens alle 2 Stunden etwas esssen. Das nervt manchmal im Urlaub etwas, war dieses Mal aber gut so, denn dann konnten wir uns wieder aufwärmen bevor wir wieder etwas Interessantes entdeckt haben und losgezogen sind. Den kältesten Tag haben wir fast komplett im Metropolitan Museum verbracht. Anselm hat gezeichnet und ich bin herumgelaufen und habe ein paar Führungen gemacht und zwischen drin haben wir uns immer mal wieder - meistens zum Essen (siehe oben) getroffen. Ganz toll fanden wir eine Sonderausstellung von Porträts aus der Weimarer Republik (Dix, Schad, Beckmann, usw.). Es war besonders interessant, weil oft die Vorzeichnungen für die Porträts, die fertigen Porträts und Photographien der Porträtierten ausgestellt waren und man so die Arbeitsweise der verschiedenen Künstler sehen konnte. Wirklich toll, aber porträtieren hätte ich mich von keinem dieser Künstler lassen wollen.</span></p><p class="MsoNormal"> </p><p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE"><!--[if !supportEmptyParas]--> <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Hier noch etwas ganz anderes. San Francisco hat, wie ihr sicher schon festgestellt habt, eine ganze Menge Exzentriker. Der bekannteste (zur Zeit) ist Frank Chu, ein Chinese, der immer mit Anzug, Sonnenbrille und einem Schild durch die Stadt läuft. Auf der einen Seite des Schildes stehen Sachen wie „Impeach / Clinton / 12 Galaxies / Guiltied to a / Zegnatronic / Rocket Society“ oder „Gephardt / 12 Galaxies / Quoklochiticil detrimentations / KICU: Dichukitechal coverage / Ulkukatichol / Exchatological contemplated / Agnostics“ auf der anderen Seite oft Werbung von Sponsoren oder einmal ein Wahlslogan für einen lokalen Politiker. Wenn in San Francisco irgendwo etwas los ist, ist ganz sicher auch Frank Chu mit seinem Schild dabei. Er hat einen richtigen Fanclub und ein Nachtclub heisst 12 Galaxies in Ehren von Frank Chu. Da ist er auch oft zu finden und scheint sich ganz normal mit Leuten zu unterhalten. Also ein richtiger Prominenter. Tja und gestern Abend klingelte es auf einmal bei uns. Wir haben niemanden erwartet, aber Anselm ist runter zur Tür und wer stand davor? Kein anderer als Frank Chu persönlich mit Schild und allem, der unsere Nachbarn besuchen wollte und sich in der Klingel geirrt hatte! Ach ja, und wenn ihr jetzt neugierig seid, hier ist ein Link zum Wikipedia Artikel über Frank Chu (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Frank_Chu">http://en.wikipedia.org/wiki/Frank_Chu</a>).<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Tja, das wäre es mal wieder.<o:p></o:p></span></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-4846144157776830089?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-6499229511398065139.post-86238579887007376942006-12-21T13:40:00.000-08:002006-12-21T14:00:07.210-08:00Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!<a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/2006holidayflat-761304.jpg"><img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://home.earthlink.net/%7Ehamsterdam/uploaded_images/2006holidayflat-758767.jpg" alt="" border="0" /></a><br /> <span style="" lang="DE">Eigentlich wollte ich mich melden, bevor der Weihnachtsstress so richtig losgeht. Aber, dann hat er sich doch wieder eingeschlichen und diese Email ist zu einer Weihnachtsemail geworden. Obwohl, so schlimm ist es bei uns wirklich nicht, vor allem da ich mit meinem Bibliothekswissenschaftenstudium endlich fertig bin (dazu später mehr) und deswegen keine Seminararbeiten und sonstige Hausaufgaben vor dem Semesterende fertig geschrieben werden müssen. <o:p></o:p></span> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Ja, ich bin endlich mit dem Studium fertig, wenn auch noch nicht offiziell im Besitz eines Master of Library and Information Science (MLIS) Abschlusses. Das wird auch noch ein Weilchen dauern, da die Abschlüsse nicht von der Fakulatät direkt, sondern vom allgemeinen Prüfungsamt kommen, das anscheinend sehr, sehr langsam und bürokratisch arbeitet. Und, wie ich gehört habe, dann mit den eigenen Akten ab und zu Fehler macht. Ich hoffe mal nicht, dass mir das passieren wird, aber einem Bekannten von mir haben sie letztes Semester mitgeteilt, dass er nicht genügend Kurse für seinen Abschluss belegt hat, was sich dann als falsch herausstellte, als sie noch einmal nachgezählt haben. Für mich bedeutet das, dass ich mich auf manche Stellen noch nicht bewerben kann, da sie da den offiziellen Abschluss verlangen, den ich bis jetzt noch nicht habe. Naja, ich hoffe, dass er im Januar kommt, vor Weihnachten mache ich mir da keine Hoffnungen mehr. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Das E-Portfolio, über das ich in der letzten Email so gejammert habe, hat ich übrigens als garnicht so schlimm herausgestellt. Es war schon viel Arbeit, alle alten Seminararbeiten noch einmal durch zu gehen und zu verbessern, vor allem weil ich mit meinem schlechten Gedächtnis, mich an manche überhaupt nicht mehr erinnern konnte. Das war dann beim Durchlesen manchmal erfreulich - was, das habe ich geschrieben? - und manchmal eher peinlich - was, das hat mir der Professor durchgehen lassen? Was wieder mal beweist, was ich schon lange vermutet habe. Nämlich, dass die Professoren an unserer Schule unglaublich faul sind und die meisten Sachen nur kurz überfliegen. Wenn ich da an manche Seminararbeiten an der LMU denke, die voller Verbesserungen, Anregungen und, in ganz seltenen Fällen, Lob zurück kamen, ist das hier schon auffällig. Die alten Hausaufgaben mussten dann geschickt auf die 14 Kompetenzen, die das E-Portfolio nachweisen sollte, verteilt werden und in der Einleitung so hingedreht werden, dass sie auch passen. Wie leicht das war, hängt ziemlich vom Betreuer ab. Meiner war zum Glück sehr nachgiebig - einer von der Sorte, die die Seminararbeiten nur überfliegen - und ich hatte keinerlei Probleme. Eine Bekannte von mir dagegen hat eine äusserst anspruchsvolle Betreuerin und ist dewegen mit ihrem E-Portfolio nicht fertig geworden. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Das Beste an diesem ganzen E-Portfoliotheater ist meiner Meinung nach, dass der Hauptgrund, den die Schule für die Einführung des E-Portfolios gegeben hat, war, dass es unglaublich nützlich und hilfreich für unsere Stellensuche nach Studiumende sein wird. Man kann seinem potenziellen Arbeitgeber den Link zum E-Portfolio schicken und die können dann gleich sehen, was für ein toller Hecht man ist - wenn sie denn Lust haben durch 14 Kompetenzen und haufenweise alte Seminararbeiten zu waten. Klingt eigentlich nicht schlecht; das Problem ist nur, dass die Schule im Januar unsere E-Portfolios von ihren Servern schmeisst und ich mir nicht vorstellen kann, dass wir alle im Januar schon einen Job gefunden haben. Und da das E-Portfolio nicht einfach eine Webseite ist, sondern total von einer speziellen Software abhängig ist, kann ich mein E-Portfolio, wenn ich denn wollte, auch nicht auf meine eigenene Webseite stellen, sondern es verschwindet im Januar einfach. Naja, ich finde das nicht so tragisch, aber es ist typisch für meine Schule, dass das was sie sagen mit der Realität oft ziemlich wenig zu tun hat. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Aber genug vom E-Portfolios und Uni, schliesslich bin ich jetzt fertig. Da es wie oben schon erwähnt nicht mehr lange bis Weihnachten ist, dachte ich mir, ich könnte euch ein bischen von den hiesigen Straßenmusikanten erzählen, die natürlich in der Weihnachtszeit in ganz besonders oft zu sehen sind. Was mir gleich aufgefallen ist, als ich nach San Francisco umgezogen ist, war, dass die peruanischen oder sonstigen lateinamerikanischen Gruppen mit ihren Panflöten und Trommeln anscheinend ein europäisches Phänomen sind, denn die sieht man hier so gut wie überhaupt nicht, obwohl wir ja eigentlich viel näher am Südamerika wären. Leute in Silber oder Gold, die auf einem Podest stehen und sich nicht bewegen, gibt es dagegen sowohl in Deutschland als auch in Amerika. Eine wahrscheinlich nur in San Francisco zu findende Variante, ist der sogenannte Bushman. Der sitzt in der Nähe von Fisherman`s Warf hinter ein paar Zweigen versteckt und wenn Touristen vorbeigehen, springt er hervor und schreit Buh! Die meisten Leute lachen dann, aber er ist schon mehrmals verklagt worden, weil Leute sich angeblich so erschreckt haben, dass sie emotionalen Schaden davon getragen haben. Bis jetzt hat er aber immer gewonnen und hat hier in der Stadt einen kleinen Fanclub.<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Dann gibt es natürlich die - ich nehme mal an - Musikstudenten, die gleichzeitig üben und sich ein bischen Geld dazuverdienen können. Meistens spielen sie wirklich gut, obwohl wir das letzte Mal an einem Violine und Cello Duo vorbeigelaufen sind, die derartig miespetrig auf ihren Instrumenten herumgesägt haben, dass ich mich wirklich gefragt habe, was sie da machen. <o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Die Gruppe Straßenmusikanten, die ich am faszinierendesten finde, sind allerdings die - auch eher typisch für San Francisco, - die eigentlich garnicht spielen können. Die Ubahnhaltestelle in der Nähe von meiner Arbeit ist bei diesen Straßenmusikanten besonders beliebt, deswegen komme ich mindestens einmal pro Woche in den Genuss dieser musikalischen Darbietungen. Da ist zum Beispiel der alte Mann, der Blockflöte spielt. Manchmal spielt er ziemlich gut, aber meistens bläst er nur auf gut Glück hinein. Das gleiche tut nicht nur ein, sondern gleich zwei Schifferklavierspieler, zum Glück nie zusammen. Aber der Musikant, der mich am meisten fasziniert, spielt Geige. Wenn man es nur hört, würde man nie sagen, er spielt, weil er mit seinem Bogen einfach nur wild über die Saiten säbelt und es einfach nur fürchterlich klingt. Aber, er hat immer selbst geschriebene Noten vor sich - in einem selbsterfundenen System - und ich frage mich manchmal ob es nicht doch Musik ist. Ich meine, wie die Zwölftonmusik aufkam, haben die Leute ja auch bestritten, dass es sich dabei um Musik handelt und nach einem Konzert auf dem wir vor einigen Monaten waren, muss ich zugeben, dass mir da auch Zweifel kamen. Wenn ihr jetzt neugierig seid, müsst ihr mich nur besuchen kommen und ich nehme euch zu einem „Konzert“ mit.<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Ach ja, was ich noch sagen wollte: Wenn alles so klappt, wie ich mir das ausgedacht habe, ist das, was ihr hier lest ein Blog. Es ist einfacher so und ich muss nicht jede Email für meine Webseite umformatieren. Und ich kann Bilder, wie die Weihnachtskarte hier einfach in das Blog stellen und ihr müsst es nicht extra herunterladen. Bin ja mal gespannt!<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Also, fröhliche Weihnachten und viel Glück im Neuen Jahr,<o:p></o:p></span></p> <p class="MsoNormal"><span style="" lang="DE">Eure Daniela<o:p></o:p></span></p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='http://res1.blogblog.com/tracker/6499229511398065139-8623857988700737694?l=home.earthlink.net%2F%7Ehamsterdam%2Fdaniblog.html'/></div>Danielanoreply@blogger.com1