Wenn Immobilienmakler feiern...
Ach ist schon schön, wenn man einen ruhigen Abend zu Hause verbringen will und die Immobilienmakler unter einem beschließen, eine Party zu feiern. Die Musik ist lauter, als die Musik, die normalerweise aus unserer Stereoanlage kommt und ist natürlich genau die Mischung von Pop, Hip Hop und Salsa, die wir nicht leiden können, Immobilienmakler aber anscheinend unwiderstehlich finden. Naja, hoffenlich gehen sie bald nach Hause. Mir wäre das ja sowieso zu blöd nach der Arbeit noch im Büro zu feiern. Aber ich bin ja auch kein Immobilienmakler, denn die hängen anscheinend gerne nach der Arbeit noch im Büro rum. Manchmal kommen sie sogar mitten in der Nacht vorbei, machen im Garten das Licht an und sitzen da rum. Ich meine, der Garten ist ja schon ganz nett, aber es ist eben doch das Büro. Wer sagt nach dem Abendessen im Restaurant und nach ein paar Gläsern Wein (Bier trinken die glaube ich nicht) schon, “ach komm, gehen wir noch schnell im Büro vorbei und setzen uns da in den Garten.” Ich auf jeden Fall nicht, obwohl, so eine Nacht ganz alleine in der Bibliothek wäre schon nicht schlecht... aber vielleicht spukt es da ja auch.
Aber genug von Immobilienmaklern. Anselm hat schon vorgeschlagen, seine High on Fire CD ganz laut anzumachen, aber ich glaube eine Mischung von High on Fire und Pop-Hip-Hop-Salsa wäre wahrscheinlich tödlich. Vielleicht kann er die ja unter der Woche mal anmachen, wenn die da unten arbeiten müssen!
Tja, weiter bin ich mal wieder nicht gekommen, weil es im anderen Zimmer leiser war und wir dann einfach eine DVD angeschaut haben, um uns von der Party abzulenken.
Nachdem das ganze Wochenende die Sonne geschienen hat und das Meer so blau und einladend aussah, dass man fast darin schwimmen möchte, ist heute unser Nebel wieder da und alles ist grau und feucht. Aber gut, nachdem in San Diego erst ein 5 Meter langer Hai einem Surfer mit einem Haps beide Beine abgebissen hat, kriegt mich hier sowieso keiner ins Wasser! Und kalt ist das Wasser ja trotzdem immer, auch wenn es noch so karibisch blau aussieht. Über den Nebel freue ich mich auch weil unsere Klimaanlage in der Bücherei nicht funktioniert. Oder eher gesagt, sie funktioniert angeblich, nur merkt man davon in der Bücherei nichts. Das ist eben das Schöne an so zentral gesteuerten Anlagen. Man kann selber nichts tun und hat deswegen auch keine Beweise, das etwas nicht funktioniert. Was mich wundert ist nur, dass die Leute trotzdem in Scharen in die Bücherei kommen. Sie beschweren sich dann, dass es zu warm und stickig ist, aber sie könnten ja auch woanders hingehen, wo es nicht heiss und stickig ist! Ich darf ihnen das natürlich nicht vorschlagen, aber wundern tue ich mich da schon. Wenn ich gestern die Wahl gehabt hätte, wäre ich sicher nicht in der Bücherei gewesen!
Allerdings werde ich in der nächsten Zeit viel mehr in der Bücherei sein, egal ob das Wetter schön ist oder nicht. Ein Kollege wechselt in eine andere Stadteilbücherei und eine Kollegin hat 2 Monate Pflegeurlaub genommen, weil ihre Mutter in Hongkong krank ist. Tja und da wir ja eine Einstellungssperre haben, weil San Francisco kein Geld aber viele Schulden hat, werden wir so bald auch keinen Ersatz bekommen. Und für mich heißt das mehr Stunden. Ist mir eigentlich auch ganz recht, nur kommen im Mai Anselms Schwester mit Familie und da wäre es schön etwas mehr Zeit für Nichte und Neffen zu haben. Bin schon sehr gespannt, was Anselm dieses Mal von seinem Neffen lernen wird. Ich sage ihm ja immer, dass das eigenlich umgekehrt funktioniert, aber er hört ja sowieso nie auf mich. Naja, vielleicht kann ich mir ja ein paar Tips von unserer Nichte abschauen. Was natürlich heißt, dass wir noch alberner als sonst werden, aber damit müssen wir dann eben leben. Und unsere Umgebung mit uns, also freut euch, dass ihr so weit weg seid. Obwohl ... habe ich schon erwähnt, dass der Dollar-Euro Umtauschkurs zur Zeit für euch sehr günstig ist...
Also, viel war es dieses Mal nicht, aber es passiert eben nicht immer was Interessantes.
Liebe Grüße,
Daniela
